Lausitzer Gebirge
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Javor
(Grosser Ahrenberg)

Blick auf den Javor vom Chøibský vrch.

Der Javor (Grosser Ahrenberg, 693 m) ist ein breitgipfeliger, überwiegend mit Wald bewachsener Berg, der hoch über dem Tal des Kamenice-Flüsschens etwa 1,5 km nördlich von Mlýny (Hillemühl) aufsteigt. Ausser dem aus Basalt bestehenden Hauptgipfel hat er noch zwei niedrigere Nebengipfel; der nordöstliche besteht gleichfalls aus Basalt, der südliche aber aus Phonolith.
Der breit kegelförmige Hauptgipfel ist mit Buchenwald mit eingesprengten Ahornen, Birken, Eschen und Fichten bewachsen, deren Krautunterwuchs eine typische Pflanzengesellschaft mit dem Hohlen Lerchensporn, der Frühlings-Platterbse, der Weissen und Zwiebel-Zahnwurz, dem Waldmeister oder dem Hain-Geiskraut bildet. Am Westfuss des Berges kommt stellenweise auch der Gemeine Seidelbast vor. Die tiefer liegenden Teile der Berghänge oberhalb von Mlýny (Hillemühl) sind überwiegend von Fichtenwäldern mit Kiefern bewachsen, in deren Krautunterwuchs ausgedehnte Bestände des Adlerfarns vorkommen.

Basaltfelsen unterhalb des Gipfels.

Der flache Scheitel des Berges ist an seinem Ostrande von hohen und steilen Basaltfelsen begrenzt, die unregelmässig säulenförmig abgesondert sind. Von den vorspringenden Felsbastionen gibt es stellenweise Aussichten auf die Berge der Umgebung mit der Pìnkavèí vrch (Finkenkoppe), dem Jedlová (Tannenberg) und über Kytlice (Kittlitz) auf den charakteristischen Kegel des Klíè (Kleis). Im Hintergrunde ragt der Doppelgipfel des Hvozd (Hochwald) und der langgestreckte Kamm des Ještìd (Jeschken) empor, wogegen der nördliche Horizont vom langgestreckten Gipfelkamm des Kottmar in Deutschland beherrscht wird.
Im West- und Südhange des Javor bilden zahlreiche kleinere Felsen mit unregelmässiger Absonderung eine lockere Zone. Einer dieser Felsen, der isoliert etwas unterhalb des Weges steht, hat eine schön zuckerhutartige Form und wird manchmal auch von Bergsteigern bestiegen.
In südlicher Richtung springt aus dem Hauptkegel des Javor der verhältnismässig flache südliche Vorgipfel (643 m) hinaus, dessen Osthang von schütter bewachsenem Phonolithschutt bedeckt ist. Der obere Rand dieses Schuttkegels bietet eine begrenzte Aussicht nach Nordost, während der Ausblick auf die Umgebung von Kytlice (Kittlitz) heute durch Baumgipfel verdeckt wird.
Durch den hochgewachsenen Buchenwaldbestand des westlichen und südlichen Hanges des Javor führt ein markierter Wanderweg vom Køížový buk (Kreuzbuche), der zum Teil auch von dem Naturlehrpfad "Okolím Studence" (Um den Kaltenberg) genutzt wird. Vom höchsten Punkt des Weges unter dem südlichen Vorgipfel gab es früher von einem auffallenden Felsvorsprung eine schöne Aussicht in das Tal auf Kytlice (Kittlitz) mit dem Malý Buk (Kleiner Buchberg), heute ist diese Aussicht fast vollständig vom Wald verdeckt. Etwa 100 m von ihr steht am Wegrand ein etwas über 1 m hohes Holzkreuz zur Erinnerung an den 29jährigen Waldarbeiter Miloslav Koèí, der hier am 24. September 1983 unter einem fallenden Baumstamm sein Leben liess. Das Kreuz mit der Gedenktafel wurde am 12. Juli 2005 von Emil Sedláèek aus Mlýny aufgestellt.

Basaltfelsen am Westhange des Berges. Kreuz zum Andenken an den Waldarbeiter Miloslav Koèí.

Ein kleines Stück weiter macht der markierte Weg eine scharfe Biegung nach Süden und führt in einigen Serpentinen hinunter in das Tal der Kamenice (Kamnitzbach). Von der Abzweigung in dieser Wegebiegung führt in nördlicher Richtung ein nicht markierter Waldweg, der sich nach etwa 600 m an der Wegkreuzung "U zmrzlého" (Beim Erfrorenen) in den vom Køížový buk zum Jedlová (Tannenberg) führenden Waldstrasse einmündet.
Links von diesem Verbindungsweg steigt der isolierte, im Wald verborgene nordwestliche Vorgipfel des Javor (Das Krippel, 624 m) auf. Diese basaltische Anhöhe ist überwiegend kahl und zum grössten Teil von Basaltschutt und einigen kleineren Felsen mit stellenweise deutlicher Säulenabsonderung bedeckt. Auf ihm wachsen nur einige Buchen und Eschen, zwischen denen es begrenzte Aussichten auf den Hauptgipfel des Javor, den benachbarten Høebec (Schindelhengst), den Chøibský vrch (Hoher Himpelberg) und einige andere Berge gibt.

Durch das Tal am Westfuss des Javor fliesst der Luèní potok (Wiesenwasser), an dessen Zufluss ein schöner Wasserfall besteht, in Osten befindet sich das Felsental údolí Bìlé (Tal des Bielsbach, Pilzbach) mit einem wieder angespannten Waldteich. Am Nordfusse des Javor (Gr. Ahrenberg), dicht an der Waldstrasse zum Køížový buk (Kreuzbuche) sieht man eine Reihe von Pingen, die von einem noch am Ende des 18. Jahrhunderts kenntlichen, "Støíbrná jáma". (Silbergrube) genannten verbrochenen Stollen, wahrscheinlich einem Abbauversuche auf Eisenerze stammen.

In den ausgedehnten Wäldern des Südwesthanges des Javor (Grosser Ahrenberg) gründete Graf Kinski einen kleinen Tiergarten, in den er am 22. Juli 1912 drei aus den Alpen eingeführte Gämsen aussetzen liess. Bereits früher, in den Jahren 1907-1908, liess er in einem Tiergarten in der Nähe der Jagdhütte Na tokáni (Balzhütte) 8 Gämsen aussetzen, um die hiesige Tierwelt durch ein neues Jagdwild zu bereichern. 1918 wurden 15 Gämsen aus dem Tiergarten am Javor freigelassen; sie haben sich hier sehr gut akklimatisiert und vermehrt, sodass zur Zeit im Westteil des Lausitzer Gebirges etwa 200 Gämsen leben. Im Sommer halten sie sich meistens auf den mit ursprünglichen Buchenwäldern bewachsenen Bergen auf, im Winter ziehen sie sich in die tiefer gelegenen Fichten- und Kiefernwälder zurück. Heute kann man sie am ehesten auf den Wiesen des Bergsattels unter dem Studenec (Kaltenberg) beobachten.

Blick vom nördlichen Vorgipfel des Javor auf den benachbarten Høebec.

 


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