Janské kameny
(Johannissteine)

Die Janské kameny (Johannissteine, 604 m) bestehen aus einigen Basaltfelsen auf einer teilweise bewaldeten Anhöhe an der Staatsgrenze etwa 1,5 km nordöstlich von Krompach (Krombach) und 300 m westlich der Ortschaft Hain. Diese Felsgrupe wurde angeblich nach einer längst verschwundenen Johannisstatue benannt, an der die Jugend in der Johannis-Nacht um ein Feuer tanzte. Nach einer anderen Überlieferung stammt der Name von einem alten Bergbaustollen, der hier zwischen 1538 und 1559 betrieben wurde.

Die Felsen sind Bestandteile eines Basaltganges, der hier im Laufe der vulkanischen Tätigkeit des Tertiärzeitalters eine Spalte in den weicheren Ablagerungen des Kreidealters ausfüllte. Durch die allmähliche Einwirkung der Witterung wurde in späteren Zeitaltern der umgebende Sandstein abgetragen und der Basaltgang als einige über das umliegende Gelände herausragenden Felsmauern herauspräpariert. Mit ihren waagerecht gelagerten vier- bis sechsseitigen Säulen stellen die Jánské kameny eine weniger vollkommene Analogie der bekannten Čertova zeď (Teufelsmauer) bei Český Dub (Böhmisch-Aicha) dar.
Der Basaltgang zieht sich vom Gipfel der Jánské kameny in ungefähr westlicher Richtung bis zur Ortschaft Valy (Schanzendorf) hin. Auf der Oberfläche besteht er aus einer Reihe isolierter, verschieden grosser Felsen, von denen aber nur drei grössere Abmessungen haben. Am auffälligsten erscheint eine etwa 23 m lange Felsmauer auf dem Gipfel, an die im 19. Jahrhundert eine Gaststätte angebaut wurde. Der Felsen ist 2-4 m mächtig und sein Kamm hebt sich allmählich von der Erdoberfläche bis zu seinem Gipfel mit einer in etwa 10 m Höhe erbauten Aussichtsplattform hinauf. Eine zweite, ungefähr gleich grosse Felsmauer steht am anliegenden Hange und ein dritter Felsen befindet sich auch auf einer bewaldeten Anhöhe (589 m) noch etwa 150 m weiter im Westen. An den Felsen entlang führt ein nicht ganz 1 km langer Naturlehrpfad, der am 25. November 2006 eröffnet wurde. Er beginnt an der Strasse von Krompach nach Hain und hat vier der Geschichte, dem geologischen Bau, der örtlichen Pflanzenwelt und den Reptilien gewidmete Schautafeln.

Auf dem Gipfel der Anhöhe steht die ehemalige Gaststätte "Zum Johannisstein", die 1880 Anton Zippe aus Krompach (Krombach) auf dem Grundstück des eingegangenen Dreilindengutes erbaut hat. Ursprünglich handelte es sich um einen an den Gipfelfelsen anlehnten ebenerdigen Fachwerkbau. Beim Bau wurden bronzene Pfeilspitzen, Münzen, Medaillen, eine Reiterpistole, eine Helebarde aus dem 14. Jahrhundert und andere Gegenstände gefunden, die im Museum auf der Burg Oybin aufbewahrt werden.
Bereits am 28. Juni 1881 machte Anton Zippe auf dem anliegenden Felsen eine Aussichtsplattform mit einer schönen Aussicht zugänglich, dank der die Gaststätte schnell zu einem beliebten Ausflugsziel wurde. Im Jahre 1900 kaufte die Gaststätte Otto Vogt aus Bürghartshain, der sie zwei Jahre später um ein Stockwerk erhöhte und die Veranda um einen Turm mit einem Dachfenster erweiterte. Der am 13. März 1919 folgende nächste Besitzer, Ewald Schönfelder aus Olbersdorf, liess im folgenden Jahre das alte Fachwerkhaus abreissen und baute an seiner Stelle ein neues Restaurant. Die bestehende Küche erhöhte er um zwei Stockwerke mit Fremdenzimmern.
In den Jahren 1920 und 1921 erreichte der Betrieb der Gaststätte seinen Höhepunkt, nach dem Zusammenbruch der deutschen Mark versiegte aber der Besucherstrom aus Deutschland. Der Besitzer schloss also die Johannissteinbaude und erbaute auf dem anliegenden Grundstück auf der deutschen Seite der Grenze eine neue Baude, um die deutschen Besucher anzuziehen. Erst 1924 besserte sich die Lage so weit, dass die böhmische Baude wieder geöffnet werden konnte. Auch in den folgenden Jahren arbeitete Ewald Schönfelder an der Vergrösserung und Modernisierung des Johannissteins, so dass hier ein monumentales Berghotel entstand, dessen wachsende Berühmtheit aber durch den 2. Weltkrieg endgültig abgeschlossen wurde.
Nach dem Krieg entging das Hotel zwar der Zerstörung, aber weil es nicht in Stand gehalten wurde, verschlechterte sich sein Zustand zusehends. Von 1959 bis 1968 diente es als Unterkunft der Jugendorganisation, später blieb es leer und die Innenausstattung wurde vernichtet. Erst 2001 kaufte das heruntergekommene Objekt ein neuer Besitzer, der es in den folgenden Jahren wiederherstellte. Das an der sächsischen Seite der Grenze liegende Objekt dient heute als Pension.

Von der Aussichtsplattform auf dem Gipfelfelsen gab es früher eine wunderschöne Aussicht nach Nordost ins Tal mit der, von den Kämmen des Jonsberges, Ameisenberges, Töpfers und der Brandhöhe, umgebenen Ruine der Burg und des Klosters Oybin. Den südöstlichen Teil der Aussicht verdeckte der Hochwald mit seinem Aussichtsturm, auf der Westseite stiegen die Berge des Lausitzer Gebirges mit dem auffallenden Klíč (Kleis) und seinem höchsten Punkt, der Lausche empor. Bei schönem Wetter konnte man im Osten den Ještědský hřbet (Jeschkenkamm), das Jizerské hory (Isergebirge) und das Krkonoše (Riesengebirge) ausmachen. Im Jahre 2013 wurde die Aussichtsplattform erneuert, der Rundblick ist allerdings derzeit von den umstehenden Bäumen eingeschränkt. Einen schönen Blick über das Zittauer Gebirge mit dem Oybin kann man aber noch vom oberen Rand der Wiesen auf der deutschen Seite des Gipfels genießen.

Weitere Informationen

Text: Jiří Kühn; Übersetzung: Petr Kühn.