Valy
(Schanzendorf)

Mehrstöckiges Haus am unteren Ende des Ortes an der Straße aus Krompach (Krombach).
Mehrstöckiges Haus am unteren Ende des Ortes an der Straße aus Krompach (Krombach).

Der Ort Valy (Schanzendorf) liegt nördlich von Krompach (Krombach) an der Straße nach Jonsdorf. Er entstand auf einem Grundstücksteil des Krompacher Meierhofes in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, sein Name stammt aber offensichtlich aus dem Jahre 1778, als hier Kroatische Truppen der k.u.k Armee Gräben und Schanzen im Kampf gegen die Preußen errichteten. Die Schanzen wurden damals nicht kriegerisch genutzt, aber ein Jahr später am 19. September 1779 besichtigte sie Kaiser Josef II. bei seiner Inspektionsreise durch Nordböhmen. Während der Napoleonischen Kriege im Jahre 1813 erneuerten die Franzosen die Schanzen und nutzten sie bei ihrem Einfall nach Böhmen. Ihre Überreste waren dann noch einige Zeit sichtbar, etwa auf dem Hügel Háječek (Heidelstein) an der Staatsgrenze.
Die Siedlung wuchs schnell und im Jahre 1790 umfasste sie bereits 153 Häuser. Im Juli 1782 ist im Haus Nr. 71 eine einfache Schule belegt, in der Sauper unterrichtete und in der sich später zwei Lehrer abwechselten. Ein größeres Schulgebäude wurde in Krompach (Krombach) nahe der Kirche im Jahre 1826 errichtet.
Im Jahre 1843 hatte die Ortschaft 145 Häuser und 943 Einwohner, die sich hauptsächlich mit der Heimspinnerei und –weberei verdingten. In den folgenden Jahren lebten hier aber weniger Menschen und Valy wurde ein Teil von Krompach (Krombach). Noch im Jahre 1920 lebten hier 517 Bewohner, durch die Vertreibung der Deutschen nach dem Krieg verwaisten aber viele Häuser und eine Reihe von ihnen wurde später abgerissen. Viele Häuser rettete die wachsende Beliebtheit unter den Sommerfrischlern in den 60. Jahren vor dem Verfall. Ende 1972 hatte Valy nur noch 59 Einwohner.

Im Ort haben sich bis heute einige der typischen Umgebindehäuser erhalten. An der Straße die aus Krompach (Krombach) zur Kreuzung am Sattel führt, befindet sich vor dem Haus Nr. 10 ein hübsch restauriertes Kreuz aus dem Jahre 1819 und etwas weiter oben steht ein mehrgeschossiges Haus Nr. 13, über dessen Eingangsportal sich die Jahreszahl 1785 befindet. Viele der Häuser stammen aber erst aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Am nordöstlichen Rand der Gemeinde stand einst die Kapelle der Erhöhung der Jungfrau Maria, in der sich eine hölzerne Marienstatue und eine Statue der hl. Elisabeth befanden. Im Jahre 1800 ließ sie Heinrich Goth errichten, sie wurde aber nach dem 2. Weltkrieg abgerissen.

Weitere Informationen

Text: Jiří Kühn; Übersetzung: Robert Knothe, Juni 2020.