Lausitzer Gebirge
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Nonnenfelsen

Gesamtansicht des Felsmassives der Nonnenfelsen vom Restaurant Gondelfahrt in Jonsdorf.

Das grosse Felsmassiv der Nonnenfelsen (537 m) ragt in eine Höhe von fast 100 Meter über den Südwestrand von Jonsdorf, etwa 1 km vom Ortszentrum entfernt, auf. Nach alten Sagen lebten hier vor langer Zeit zwei junge Nonnen, die der irdischen Liebe unterlagen und zur Strafe in Stein verwandelt wurden.
Dieser etwa 150 Meter lange Felsenkamm besteht aus Sandstein, der in der Nähe des Kontaktes mit einem Basaltgange, der den Sandstein der ganzen Länge des Kammes entlang durchstiess, verfestigt wurde. Die Basaltausfüllung des Ganges unterlag aber später der Zerstörung und heute blieb von ihr nur eine etwa 100 m lange und 3 m breite Felsenkluft mit 20-30 m hohen Seitenwänden übrig, die man die "Felsengasse" nennt. Durch diese Kluft führt ein Weg, der von Südwesten verhältnismässig steil über Steinstufen aufsteigt, allmählich aber flacher wird und an seinem Ende in ein künstlich planiertes Plateau mündet, das von dem zwischen die Felsen gebauten Gebäude eines stilvollen Bergrestaurants abgeschlossen wird. Weitere Wege führen her aus Jonsdorf durch die Kluft der Zigeunerstuben und vom Westen aus dem Sattel der "Wache" zwischen Waltersdorf und Dolní Svìtlá (Nieder-Lichtenwalde).
Die Steintreppe im unteren Teil der "Felsengasse". Blick in die "Felsengasse" von der Brücke unter der Felsaussicht.

Felsen oberhalb der Plattform mit der Gaststätte.

Bereits im Jahre 1846 begann Johann Friedrich Seidel das Massiv der Nonnenfelsen dadurch zugänglich zu machen, dass er einen Steg mit Brücken und ausgehauenen Stufen bis zur Aussichtsplattform auf dem Gipfel herrichtete. In die Felsen unterhalb der Aussichtsplattform wurden später zwei Erinnerungstafeln eingesetzt, die an die Besuche des Königs Friedrich August am 13. August 1850 und des Königs Albert von Sachsen am 2. Mai 1888 erinnern.
Im Jahre 1858 stellte Karl Gotthelf Buttig zwischen den Felsen am Nordende des Kammes eine grosse Plattform her und baute einem bequemeren Zugang zur Gipfelaussicht über eine neuerbaute, über die Felsengasse führende Brücke. Im Jahre 1859 erhielt er auch die Bewilligung zum Bau eines Gasthauses, das er zum Pfingstfest den nächsten Jahres feierlich eröffnete. In den nachfolgenden Jahren wurde diese Gaststätte erweitert und als sie im Jahre 1902 ausbrannte, wurde sie bald wieder aufgebaut. Sie diente dann den Besuchern bis zum Jahre 1990, in dem sie einer umfangreichen Rekonstruktion unterworfen wurde und wurde im Jahre 1996 neu eröffnet.

Vom Rande der Plattform am Restaurant und von zwei kleinen Aussichtspunkten auf dem anliegenden Felsen gibt es Aussichten in die nahe Umgebung, aber die schönste Aussicht bietet die Aussichtsplattform auf dem Hauptgipfel. Im Tal unter den Felsen sieht man Jonsdorf mit dem Restaurant Gondelfahrt, hinter dem sich der ausgeprägte Kamm des Jonsberges erhebt. An der südwestlichen Seite erhebt sich der bewaldete Hang mit den Felsengebilden der Jonsdorfer Felsenstadt und das Gebiet der Mühlsteinbrüche. Im Hintergrund kann man die Gipfel des Hochwaldes und des Plissenberges sehen, im Westen ragt die Lausche empor, weiter entfernt ist der bewaldete Kamm des Buchberges und nach Norden öffnet sich die Aussicht über Zittau auf die entfernteren Berge der Oberlausitz und über das polnische Kraftwerk Turów.

Aussicht vom Gipfel des Kammes. Aussicht über Jonsdorf.

Im Sandsteinmassiv befindet sich auch eine ganze Reihe von Kletterfelsen, deren Höhe bis 25-35 m beträgt. Unmittelbar neben dem Restaurant ragt der Nonnenfelsen empor, weiter südwestlich stehen die Wände der Schluchtwand und der Neuen Schluchtwand, sehr beliebt ist der 25 m hohe Turm Barbarine und etwas weiter abseits steht der weniger oft besuchte Nonnenturm. Hinter dem Mönchsloch-Tal etwa 150 m südwestlich von Ende des Kammes erhebt sich der 25 Meter hohe Felsturm des Jonsdorfer Mönchs, den zum ersten Male 1905 Robert Häusler aus Jonsdorf bezwang. Eine Gruppe von drei Kletterwänden: Mönchslochwärter, Buchbergspitze und Waltersdorfer Turm befindet sich auch beim Zugangsweg westlich der Gaststätte.
Ein für Kletterer sehr attraktives Ziel ist auch die künstlich gesicherte Klettersteig Nonnensteig, die von der Zittauer Sektion des Deutschen Alpenvereins 1994 hergerichtet wurde. Der mit einem Stahlseil gesicherte Klettersteg steigt vom Südfusse des Massivs über eine senkrechte Wand zum Gipfel des Kammes hinauf, wo er sich zwischen den Gipfeln bizarrer Felsen über schmale Gesimse, steile Wände und Überhänge bis auf den Gipfel des Kammes mit einer schönen Aussicht in die Umgebung hindurchschlängelt, von wo er dann auf eine kleine, von der Felsengasse zugängliche Plattform absteigt. Die Ferrate ist etwa 350 m lang und überwindet einen Höhenunterschied von etwa 60 m. Ihre wichtigste Attraktion ist die Hängebrücke zwischen den Felsen und seit 2011 auch eine Seilbrücke über die Felsengasse. Das Klettern erfordert die Verwendung von Sicherungsgerätes und je nach der Tüchtigkeit dauert sie 30 bis 60 Minuten. Im Winter ist dieser Weg zum Schutze der Felsen gesperrt.

Einstieg in den Klettersteig Nonnensteig. Denkstein am Wege von Jonsdorf zur Wache unter der Lausche.

Im Wald etwa 500 m westlich des Nonnenfelsens befindet sich ein wenig ausgeprägter Bergsattel, in den vom Hauptweg, dem von Jonsdorf zur Wache führenden Hohlsteinweg, ein Weg zu den Rabensteinen abzweigt. An der Abzweigung steht ein Denkstein, der an die 150. Wiederkehr des Gründungstages der Waldwirtschaft im Zittauer Gebirge im Jahre 1833 erinnert. Der Denkstein wurde vom Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb Löbau am 18. November 1983 aufgestellt.

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