Lausitzer Gebirge
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Krkavèí kameny bei Dolní Svìtlá
(Rabensteine)

Der zweigipfelige Felsen Sokolík an der böhmischen Seite der Grenze.

Die Krkavèí kameny (Rabensteine, 543 m) stehen auf einer kleinen bewaldeten Anhöhe an der böhmisch-sächsischen Grenze etwa 100 m links vom Dolní Svìtlá (Niederlichtenwalde) mit Jonsdorf verbindenden Weg. An der Westseite fällt die Anhöhe mit einen etwa 12 m hohen Steilhang ab, auf ihrem Gipfel stehen zwei Felstürme aus Sandstein. Der grössere Sandsteinturm an der deutschen Seite heisst der Falkenstein (Sokol), den kleineren Felsen auf dem eigentlichen, an der böhmischen Seite befindlichen Gipfel der Anhöhe nennen die Bergsteiger heute Sokolík (Kleiner Falke). Dieser Felsen hat eigentlich zwei, etwa 5 und 8 m hohe Felsengipfel, in denen man früher zwei Menschenköpfe oder die Köpfe eines Löwen und eines Pferdes sah.

Die Krkavèí kameny werden bereits im 14. Jahrhundert erwähnt und wegen ihrer Lage an der Staatsgrenze in nächster Nähe einer alten Handelsstrasse wurden sie auch schon frühzeitig besucht. Im preussisch-österreichischen Krieg hatten 1778 österreichische Soldaten den Felsen besetzt und mit einem Palisadenzaun umgeben; am 30. Juli 1778 kam es hier zu einem Geplänkel mit den Preussen.
In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts entfaltete sich der Tourismus und die Besucherzahl wuchs schnell. Im Jahre 1877 baute Adolf Clemens Fähnrich aus Dolní Svìtlá am Südfusse des Felsturmes eine Gaststätte, die er im den folgenden Jahren allmählich erweiterte; im Jahr 1880 machte er durch eine hölzerne Treppe auch den Gipfel des Felsens zugänglich und versah ihn mit einer Aussichtsplattform, die er "Ritterstein" nannte. Noch im selben Jahr baute er auch eine Aussichtsplattform auf dem benachbarten deutschen Felsen. Diese Aussicht wurde unter Beteiligung von Vertretern verschiedener Vereine aus Sachsen und Böhmen am 1. September 1880 feierlich eröffnet und der bisher namenlose Felsenturm wurde Falkenstein benannt. Beide Aussichtstürme boten praktisch die gleiche Aussicht in die Umgebung. Im Jahre 1882 wurde neben der Gaststätte eine grosse Terrasse erbaut, aber am 19. August 1885 brach ein Feuer aus, das das hölzerne Gasthaus völlig vernichtete. Eine neue Gaststätte wurde erst nach zwei Jahren, im Jahre 1887 erbaut. Diese wurde in den folgenden Jahren weiter verbessert und im letzten Umbau in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde sie zu einem Hotel mit ganzjährigem Betrieb. Nach dem 2. Weltkrieg blieb das Hotel leer und wurde nicht mehr genutzt, und irgendwann in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts sollen slowakische Angehörige der Grenzwacht das Hotel zerlegt haben und das Holz als Baumaterial nach der Slowakei weggeführt haben.

Die früher auf die Sommerterrasse führende Treppe.

Heute sind die Falkensteine im Walde verborgen und nur ihre höchsten Teile ragen über die Baumgipfel hinaus. Die Aussichtsplattformen verschwanden bereits vor vielen Jahren, sodass die Aussicht nur Bergsteiger geniessen können. Vom Gasthaus blieben nur überwachsene Reste der Grundmauern, der Keller und die teilweise untermauerte Terasse mit der Zugangstreppe an der Südostseite übrig.

Nach dem 2. Weltkrieg blieb die Grenze an den Rabensteinen geschlossen und ein touristischer Grenzübergang am Wege von Dolní Svìtlá nach Jonsdorf wurde erst am 1. Oktober 2000 eröffnet. Von den Rabensteinen führt entlang der Staatsgrenze in östlicher Richtung nach Valy (Schanzendorf) und Krompach (Krombach) ein Grenzpfad, der von einer Allee hochgewachsener Bäume begleitet wird. Etwa 250 m vom Grenzübergang ragt an seiner rechten Seite ein kleiner Phonolithklotz (570 m) empor, von dem man früher Steine zum Bau der Wege genommen hat.

Blick auf den Sokolík vom Falkenstein. Der Falkenstein-Felsen auf der deutschen Seite ist ein beliebtes Bergsteigerziel.

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