Lausitzer Gebirge
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Údolí Milíøky
(Kohlhautal)

Das Tal des Baches Milíøka (Goldflössel) ist ein tief eingeschnittenes Tal zwischen dem Rohál (Hörndel) und Èertova pláò (Teufelsplan) auf der einen Seite und dem Kozí høbet (Ziegenrücken) auf der anderen, etwa 2 km südlich von Dolní Podluží (Niedergrund). Sein Name erinnert an die alten Köhler, die hier in Meilern die in den Schmelzhütten, Pochereien und Glasbläsereien der Umgebung benötigte Holzkohle herstellten. Im mittleren Teil des Tales wird es von einer wichtigen geologischen Linie, der Lausitzer Störung (Lausitzer Hauptverwerfung), die die Grenze zwischen dem Lausitzer Granitmassiv im Norden und den Sandsteinen des Böhmischen Sandsteinbeckens im Süden bildet, durchquert. An diese Störung sind auch die alten Bergwerke gebunden, zu denen im August 1999 ein Bergwerks-Lehrpfad eingerichtet wurde. Sein Anfang und Ende ist etwa 1 km südlich der Strasse in Dolní Podluží (Niedergrund) auf dem Wege Uhlíøská cesta (Köhlerweg), der durch das ganze Tal von Dolní Podluží bis in den Sattel unterhalb des Ptaèinec (Vogelherd) führt.

Einleitende Informationstafel des Lehrpfades im Milíøka-Tal (Kohlhau).

Den Bergbau im Tale Milíøka (Kohlhau) erwähnen die geschichtlichen Dokuments nur ganz am Rande. Die ersten Versuche, hier auf Erze zu bauen, kann man vielleicht bereits in der Urkunde vom Jahre 1474 sehen, in der das Goldwaschen auf der Herrschaft Tolštejn bewilligt wurde. Den Sagen nach führte der Milíøka-Bach Gold und trug deshalb früher den namen Goldflössel. Es konnte sich hierbei aber nur um nicht allzu ergiebige Versuche gehandelt haben.
Zur Gründung von Stollen kam es wahrscheinlich erst unter den Herren v. Schleinitz, die hier vielleicht auf Eisen-, Blei- und Kupfererze bauten. Das Schweigen der historischen Urkunden über einen Bergbau in diesem Gebiete wird aber manchmal so gedeutet, dass man hier vielleicht noch früher als auf dem Køížová hora (Kreuzberg) bei Jiøetín (St. Georgental) Bergbau betrieben hat. Grosse Mengen von zerkleinertem Quarz auf manchen Halden weisen aber darauf hin, dass man hier vielleicht eher auf Quarz für die Glashütten, die in der Umgebung bereits seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts im Betriebe waren, gebaut hat. Der Bergbau hier musste allerdings bereits sehr früh stillgelegt werden, denn schon im Jahre 1800 werden von hier nur 200 bis 300 Jahre alte Schächte und Stollen erwähnt. Heute sind hier vier Stollen bekannt, von denen zwei zugeschüttet sind. Ausser diesen Stollen befinden sich an einigen anderen Stellen des Tales Reste von vollständig überwachsenen Halden, Spuren von Schürfen und Einschnitte, die verstürzte Mundlöcher anderer, heute unbekannter Stollen anzeigen.

Knížecí studánka (Fürstenbrunn).

Im unteren Teile des Tales, etwa 0,5 km östlich von Lesné (Innozenzidorf), am Fusse des Kozí høbet (Ziegenrücken) befindet sich das verschüttete Mundloch des Stollens u Knížecí studánky (am Fürstenbrunn), das 2004 neu ausgemauert worden ist. Sein ursprünglicher Name ist nicht erhalten geblieben, aber in einer Urkunde vom Ende des 18. Jahrhundert wird er unter dem Namen Antonín (Antonistollen) geführt. Der etwa 200 m lange Gang wurde zuerst in südlicher Richtung in einem stark geschiefertem Granit vorgetrieben, nach 120 m biegt er aber scharf nach Westen um. Da sich in diesem Stollen praktisch gar keine Abbaue befinden, wird angenommen, dass er zur Entwässerung der höher gelegenen Abbaue am Kozí høbet dienen sollte. Der Stollen ist an einigen Stellen verstürzt.
Nach der Wiederöffnung des Stollens im April 1994 wurden etwa 13 m vom Mundloch die Knochen eines Menschen gefunden. Es handelt sich wahrscheinlich um Johann Anton Breite aus Lesné (Innozenzidorf), der hier um das Jahr 1890 seine ewige Ruhe fand.
Etwas unterhalb des Stollenmundloches befindet sich die gepflegte Quelle Knížecí studánka (Fürstenbrunn), die mit Basaltsäulen ausgelegt ist.

Mundloch des Stollens Knížecí (Antonistollen). Mundloch des Milíøka (Kohlhau) genannten Stollens.

Die meisten Überreste des alten Bergbaus befinden sich etwa in der halben Länge des Tales, dort, wo es von der Lausitzer Störung durchquert wird. Oberhalb der Wegekreuzung sind am Hange des Rohál (Hörndel) noch heute alte Halden und Pingen zu sehen, unter denen sich das verschüttete Mundloch eines 15 m langen Erkundungsstollens verbirgt. Wenig oberhalb des Stollens sieht man am Bachufer nebeneinander drei trichterförmige Pingen mit vollständig überwachsenen Halden. Auch etwas tiefer am Hange sieht man am Ufer des Baches einen Stollen, der heute Milíøka genannt wird. Die ziemlich stark zickzack laufende Strecke dieses Stollens wurde in ungefähr nordöstlicher Richtung entlang des Kontaktes zwischen dem Granit und dem Grünschiefer vorgetrieben; ungefähr die halbe Länge des Stollen hat den Boden mit Wasser bedeckt und von 190 m an ist der Stollen verbrochen. Da in ihm keine Abbaue gefunden worden sind, meint man, er sollte zur Entwässerung der höher am Hange liegenden Stollen dienen. Dieser Stollen steht in der Liste der Überwinterungsorte einiger Fledermausarten und sein Mundloch ist deswegen seit 1993 mit einem festen Gitter verschlossen.

Dieser alte Grenzstein im Tale Milíøka (Kohlhau) wurde um das Jahr 2010 gestohlen.

Etwa 100 m von dieser Wegekreuzung oberhalb des Weges stand ein hoher Grenzstein mit eingemeisselten ornamentalen Nummern der vier Waldabteilungen, die hier zusammenstiessen; um 2010 wurde er leider gestohlen. Ähnliche Grenzsteine haben sich z. B. auch unterhalb des Konopáè (Hanfkuchen) erhalten.
Nach weiteren etwa 100 m verbreitet sich das Tal und sein Boden und seine Hänge sind mit einer Menge alter Pingen, Halden und Abräume bedeckt. An diesem Orte befand sich die Grube Berghaus, die durch einen Hauptschacht, dessen Reste man noch heute links vom Wege sieht, aufgeschlossen war. Unterhalb des Schachtes wurde ein Stollen vorgetrieben, der nicht tief unter der Erdoberfläche verlief und einige zur Oberfläche reichenden Wetteröffnungen hatte. Sein verschüttetes Mundloch sieht man etwas weiter nördlich am Wege an der Brücke. Die bedeutende Grösse der Halde, durch die sich heute der Bach seinen Weg gebahnt hat, deutet darauf hin, dass es sich hier wahrscheinlich um die grösste hiesige Grube handelte. Man vermutet, dass hier auf Silber und Buntmetalle gebaut wurde,. der grosse Quarzgehalt mancher Halden in der Umgebung weist aber darauf hin, dass man hier eher auf Quarz für der Gebrauch in den hiesigen Glashütten baute.

Am östlichen Ende des vom Bergbau in Mitleidenschaft gezogenen Gebietes, rechts vom Tal des Weges Uhlíøská cesta (Kohlweg) mündet ein flaches Nebental, das früher das Bergwerkloch hiess. Dieses Tal stellt eigentlich einen Quarzsteinbruch dar, der in einer Länge von 240 m einem durch seine Mitte laufenden Quarzgang folgt. Der hier abgebaute Quarz diente augenscheinlich als Rohstoff zur Herstellung von Glas in den vielen kleinen Glashütten, die bereits in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhundert in der Umgebung arbeiteten.

 


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