Lausitzer Gebirge
Cesky Deutsch English Francais

Interessantes

Hrádek bei Varnsdorf
(Burgsberg bei Warnsdorf)

Blick auf den Hrádek vom Šibenièní vrch (Galgenberg).

Hrádek (437 m) ist ein auffallender, bewaldeter Phonolitberg, der über dem Nordrand von Varnsdorf unmittelbar an der Staatsgrenze zu Deutschland aufsteigt. Er hiess früher Worbsberg und erst im 19. Jahrhundert wurde er zum Burgberg (Burgsberg), welcher Name später ins Tschechische als Hrádek (=kleine Burg) übersetzt worden ist.

Bereits in der 2. Hälfte des 19. Jahrhundert war er ein beliebtes Ausflugsziel. 1886 hat hier Herr Kuntsche aus Seifhennersdorf eine originelle Grotte aus Baumrinde gebaut und auf den sonnigen Schutthalden des Südhanges wollte man sogar einen alpinen botanischen Garten einrichten. Wirklich bekannt wurde der Hrádek aber erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch das Restaurant mit Aussichtsturm, das die Mitglieder der Warnsdorfer Sektion des Gebirgsvereins für das nördlichste Böhmen aufgebaut hatten. Dabei ist ihnen der städtische Baumeister Anton Möller dadurch entgegengekommen, dass er ihnen kostenlos zwei Vorschläge unterbreitete und zur ausgewählten Variante die Pläne ausarbeitete. Der Beginn des Baues im Mai 1903 wurde durch eine vom Fürsten Liechtenstein gewährte Anleihe von 50 000 K, die fast die Hälfte des Kostenvoranschlags deckte, ermöglicht. Zum Bau trugen auch weitere Bürger bei. Manche spendeten Geld, andere boten kostenlos ihre Dienste an oder halfen beim Transport des Baumaterials. Dadurch konnte der prunkvolle Bau der „Burgbergswarte“ schon ein Jahr später, am 15. Mai 1904, eröffnet werden. Der Bau, der ausser dem Restaurant auch Gesellschafts- und Unterkunftsräume und einen 29 m hohen Aussichtsturm einschloss, wurde zur Zierde der Landschaft und zu einer weithin sichtbaren Dominante von Varnsdorf und Seifhennersdorf.

Das neuhergerichtete Ausflugsrestaurant auf dem Hrádek.

Diese „Burgsbergwarte“ wurde auch noch nach dem 2. Weltkriege genutzt, verfiel aber wegen ungenügender Erhaltungarbeiten allmählich. Erst 1967 wurde es von der Stadt Varnsdorf rekonstruiert und wurde wieder zu einem anziehenden Ausflugsort. Nach 1989 wurde das Objekt privatisiert, da der neue Besitzer aber nicht das nötige Interesse zu seiner Nutzung hatte, verfiel es innerhalb weniger Jahre zu einer Ruine. Am Ende der 90er Jahre blieben von dem schönen Bau nur noch die kahlen Mauern mit zerschlagenen Fenstern und Reste der Balkenkontruktion des ehemaligen Aussichtsturmes übrig. Das Bauwerk drohte einzustürzen und sein Untergang schien fast unabwenbar. Endlich gelang es doch noch den Bau zu retten. Am 25.9.2000 wurde der Nadaèní fond (Stiftungsfond) Hrádek-Burgberg gegründet, der sich zum Ziele machte, die zur Rettung des Baues notwendigen Geldmittel zu beschaffen, und eine ähnliche Interessengemeinschaft entstand auch auf deutscher Seite in Seifhennersdorf. Der Hrádek wurde als Kulturdenkmal ausgewiesen und man begann sogleich mit den Rettungsarbeiten. Die Rekonstruktion wurde nach der ursprünglichen Dokumentation von 1903 durchgeführt und der erneuerte Aussichtsturm konnte am 18.7.2003 feierlich eröffnet werden; in den folgenden zwei Jahren wurde auch das ganze Gebäude renoviert. Gegenwärtig arbeitet man auf der Herrichtung des Inneren, in dem ein Restaurant mit Café entstehen soll.

Vom Aussichtsturm auf dem Hrádek hat man eine schöne Aussicht über Varnsdorf nach Süden auf das Panorama des Lausitzer Gebirges mit den markanten Gipfeln des Jedlová (Tannenberg), Luž (Lausche), Hvozd (Hochwald), dem Jonsberg und Töpfer. Im Osten dominiert der nahe Špièák (Spitzberg), hinter dem sich das Zittauer Becken mit dem charakteristischen Kegel des Breiteberges öffnet, und bei günstigem Wetter kann man am Horizont auch die Berge der Jizerské hory (Isergebirge) und Krkonoše (Riesengebirge) ausmachen. Im Norden liegt Seifhennersdorf mit dem Kottmar im Hintergrund und die Westseite wird von den flachen bewaldeten Höhen um Studánka (Schönborn) abgeschlossen.

Weitere Informationen

 


Die Seiten über das Lausitzer Gebirge befinden sich auf: http://www.luzicke-hory.cz/lausgeb.html
Copyright (c) Jiøí Kühn, 1997-2017.     Übersetzung: Petr Kühn