Lausitzer Gebirge
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Lipnický dùl - Lipnická kaple
(Tiefes Loch - Limpacher Kapelle)

Limpacher Kapelle.

Das Lipnický dùl ist ein etwa 3 km langes waldbewachsenes Tal zwischen Lipnice (Limpach) und Studený (Kaltenbach), das früher den Namen "Tiefes Loch" trug. Es beginnt unter dem den Studenec (Kaltenberg) mit dem Lipnický vrch (Himmertsberg) verbindenen Sattel, von wo es sich in ungefähr nordwestlicher Richtung auf Rynartice (Rennersdorf) hin erstreckt. Dieses enge Felsental mit steilen Abhängen hat am Anfang den Charakter einer von beiden Seiten mit Sandsteinfelsen verbrämten Schlucht. Nahe an seinem Ende vereinigt es sich mit dem údolí Studeného potoka (Kaltenbachtal) und mündet etwa 200 m weiter in das vom Chøibská Kamenice-Bach (Kreibitzbach) durchflossene Pavlínino údolí (Paulinengrund).
An einer Stelle wird dieses Tal von der alten Strasse von Studený (Kaltenbach) nach Lipnice (Limpach), des alten "Schluckenau-Prager Botenweges" durchquert. Heute windet sich hier diese Strasse in einigen Kurven, früher führte der Weg fast geradeaus, wie es durch die noch heute sichtbaren Hohlwege an beiden Talseiten angedeutet wird. In einem romantischen Waldwinkel steht an dieser Strasse in Richtung auf Lipnice (Limpach) die sog. Lipnická kaple (Limpacher Kapelle), die öfter auch Bauerova kaple (Bauers Kapelle) genannt wird. Eine Inschrift meldet, dass sie zur grösserern Ehre Gottes und seiner schmerzensreichen Mutter vom früheren Richter von Studený (Kaltenbach) Christof Austen gemeinsam mit dem Bauer Elias Schiffner aus Lipnice (Limpach) auf seinem Grund am 14. Juni 1733 erbaut worden ist. Nach einer alten mündlichen Überlieferung sollen sie diese Kapelle als Dank für die Genesung ihrer beiden Kinder von der Pest im Jahre 1713 erbaut haben. An dieser Kapelle versammelten sich bis 1945 die Einwohner von Lipnice (Limpach) und Studený zum Gottesdienst und am Tage des hl. Antonius (am 13. Juni) hielten die von Studený (Kaltenbach) nach Èeská Kamenice (Böhm. Kamnitz) pilgernden Prozessionen an ihr eine Andacht. In der weiteren Umgebung war dieser Kapelle hauptsächlich durch ihre Maienandachten bekannt.

Der Altar dieser Marienkapelle ist in einen am Rande des Abgrundes über dem linken Bachufer stehenden Felsblock eingehauen und ist vor dem Regen durch ein geschmücktes hölzernes Dach geschützt; an drei Seiten ist er mit einem niedrigen Zaun umgeben. In der Felsennische befindet sich ein Relief der Mutter Gottes mit dem Jesuskind in den Armen, das der Mutter Gottes-Statue von Èeská Kamenice (Böhmisch Kamnitz) nachgebildet ist, und an ihren beiden Seiten sind zwei herabschwebende Engel abgebildet, die zwei elliptische Kartuschen mit dem die Gründung der Kapelle beschreibenden Text tragen. Unter der Nische ist ein Wölkchen mit zwei Engelsköpfchen und eine weitere Inschrift, die an die von Johannes Liebisch aus Wien für die Gemeinde Lipnice (Limpach) im Jahr 1894 durchgeführte Renovierung erinnert. Eine weitere Renovation wurde wahrscheinlich 1933 durchgeführt, als man durch eine grosse Feier den zweihundertjährigen Bestand der Kapelle beging.
Nach 1945 wurde diese schöne Kapelle der Vergessenheit anheim gelassen und sie verfiel allmählich, bis von ihr nur ein moosbewachsener Felsen mit dem kaum noch sichtbaren Relief übrig blieb. Erst 2002 wurde sie auf Kosten der staatlichen Fortsverwaltung wiederhergestellt. Der Sandsteinaltar wurde vom Steinmetzmeister Jan Pokorný aus Dìèín (Tetschen) erneuert und nach zeitgenössischen Fotografien wurde über dem Altar ein neues Holzdach und auch der Zaun neu aufgebaut. Die erneuerte Kapelle wurde am 7. September 2002 feierlich neu eingeweiht.

In der nächsten Umgebung der Kapelle befinden sich im Felsen noch drei weitere Nischen. In die gegenüberliegende geglättete Felswand wurde eine grosse flache Nische geschlagen, in der sich früher ein Bild der heiligen Dreifaltigkeit befunden hatte. In einer kleinen Nische an der Strasse in der Richtung auf Lipnice (Limpach) befand sich früher ein Bild der Krönung Marias und an der gegenüberliegenden Seite der Strasse hinter der Brücke befindet sich eine gewölbte Nische, in der ein Bild der Jungfrau Maria mit einem knienden Mädchen an die glückliche Rettung eines 1850 hier vom Felsen abgestürzten Mädchens erinnerte.

Bild der Jungfrau Maria mit einem knienden Mädchen. Bild der Hl. Dreifaltigkeit am Felsen nahe der Kapelle.

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