U Rozmoklé žáby
(Zum aufgeweichten Frosch)

Das Naturdenkmal U Rozmoklé žáby (tschechisch: "Zum aufgeweichten Frosch"), liegt in einem flachen Tal an der Strasse unter dem Zámecký vrch (Schlossberg) fast genau in der Mitte zwischen Heřmanice (Hermsdorf) und Mařenice (Mergthal). einen Namen bekam es nach der volkstümlichen Bezeichnung des früher als „Geräumichtschenke“ bekannten, schon lange geschlossenen Gasthauses in der nahen Einschicht Paseka (Geräumigt). Diese Fläche mit einer Ausdehnung von 1,5 Hektar wurde am 1. Juni 2011 als Naturdenkmal zur Erhaltung des Feuchtgebietes und Moorwaldes mit den dort vorkommenden bedeutenden Pilz- und Pflanzenarten ausgewiesen.
Das Schutzgebiet wird von der Strasse in zwei Teile geteilt. Der nördliche Teil unter dem Ausläufer des Zámecký vrch (Schlossberg) besteht aus einer vernässten, mit feuchtliebenden Pflanzen bewachsenen Talmulde mit einem kleinen Tümpel. Die bedeutendste Pflanze ist der Fieberklee, weiter wächst hier z.B. die Spitzblütige Binse und die Zwiebelbinse, das Schmalblättrige Wollgras, das Scheidige Wollgras und der Teichschachtelhalm; auf den Feuchtwiesen kommt selten auch das Breitblättrige Knabenkraut vor. Im südlichen Teil des Schutzgebietes überwiegt stellenweise ein lichter Fichten- oder Kiefern-Moorwald mit Beimengung von Birken und Erlen, in dem verhältnismässig häufig der gefährdete Rundblättrige Sonnentau vorkommt.
Von den anderen interessanten Pflanzenarten kommt hier u.a. die Quirl-Weisswurz, das Maiglöckchen, der Kleine Baldrian, die Hohe Schlüsselblume, der Gold-Hahnenfuss, die Süsse Wolfsmilch, der Sumpf-Ehrenpreis, das Sumpf-Weidenröschen und der Rippenfarn vor.

Auf den feuchten Wiesen des nördlichen Teils kommt auch eine Reihe seltener Pilze vor. Eine Überraschung bildet der Fund des Graubraunen Samtschnecklings, dessen Vorkommen in der Tschechischen Republik zum letzten Male 1938 nachgewiesen worden ist, und der Rauchgrauen Keule, die bis 2007 in der Tschechischen Republik als verschollen bezeichnet wurde. Ausserdem kommen hier auch der gefährdete Dickblättrige Erlengürtelfuss und verschiedene Saftlingsarten, darunter der vom Aussterben bedrohte Nichtrötende Nitrat-Saftling vor. Im südlichen Teil des Schutzgebietes wurden unter anderem der Klebrige Violett-Milchling, der Camarops tubulina, der Erlen-Täubling und der Violette Erlen-Gürtelfuss festgestellt.

An die hiesigen Feuchtwiesen sind einige geschützte Tierarten gebunden, so zum Beispiel der Bergmolch, der Teichmolch, die Knoblauchkröte, die Erdkröte, die Ringelnatter, die Kreuzotter, die Bergeidechse, die Blindschleiche und der Grasfrosch. Im nördlichen Teil des Schutzgebietes leben auch verschiedene Libellenarten, unter denen das Vorkommen der stark gefährdeten Grossen Moosjungfer besonders interessant ist.

Text: Jiří Kühn; Übersetzung: Petr Kühn.