Třídomí - Felsenaltäre
(Dreihäuser)

Fast in jedem hiesigen Dorf findet man wenigstens ein Haus, dessen Umgebung von alten Autowracks geschmückt ist. Eine wahrhaftige Perle unter ihnen ist aber Třídomí bei Kunratice, das den zufälligen Besuchern ein wirklich unvergessliches Erlebnis bietet...
Fast in jedem hiesigen Dorf findet man wenigstens ein Haus, dessen Umgebung von alten Autowracks geschmückt ist. Eine wahrhaftige Perle unter ihnen ist aber Třídomí bei Kunratice, das den zufälligen Besuchern ein wirklich unvergessliches Erlebnis bietet...

Třídomí (Dreihäuser), früher ein abseitiger Ortsteil von Kunratice, liegt etwa 1 km südöstlich von Mařeničky (Kleinmergtal) am alten Weg von Kunratice u Cvikova (Kunnersdorf bei Zwickau) nach Mařenice (Grossmergtal). Dieser Weg war früher sehr frequentiert und verlor seine Bedeutung erst nach der Fertigstellung der heutigen, etwas weiter westlich am Svitávka-Bach entlang führenden Straße. Die Ansiedlung bestand aus zwei Teilen, von denen der nördliche zu Mařeničky und der südliche zu Kunratice gehörte. Noch am Anfang des 20. Jahrhunderts stand hier eine Kapelle des hl. Prokopius und 7 Häuser, heute stehen nur noch zwei. Bei einem von ihnen, am Wege, der zum Jezevčí vrch (Limberg) führt, befindet sich ein unrühmlich bekannter Autowrackplatz.

Der die beiden Teile der Ansiedlung verbindende Weg führt durch ein kleines, heute von Wald bewachsenes Tal, an dessen Osthang früher ein großer, der "Dreihäuserstein" genannter Sandsteinfelsen emporstieg. Um 1740 gefiel dieser Felsen dem Tischler und Volkskünstler Franz Schier, der in ihn ein wunderschönes Relief der Heiligen Dreifaltigkeit meißelte. Einige Jahrzehnte später gründete man hier einen Steinbruch, der allmählich fast den ganzen Felsen abgetragen hat. Das Relief im Felsen hat man damals vorsichtig isoliert und eine Steinplatte mit dem unbeschädigten Relief stehen gelassen. Später verließ man den Steinbruch, der vom Wald überwachsen wurde, die steinerne Wand mit dem Relief aber ist bis heute erhalten geblieben. Sie steht nur einige Meter abseits vom altem Weg und zu ihr hinauf führt ein nur kurzer Fußsteig, auf dem stark bewachsenen Hang kann man ihn aber leicht übersehen.
Das 4 x 3,5 m messende Sandsteinrelief ist als ein Altar gearbeitet. Sein oberer Teil weist die von Engelsköpfen umgebene Heilige Dreifaltigkeit auf, darunter ist unter einem Baldachin mit einer Königskrone des Himmelstor (Porta coeli) abgebildet, in dessen Öffnung als Himmelskönigin die Jungfrau Maria mit dem Jesuskind steht. Auf den Säulen zu beiden Seiten stehen die Jahreszahlen 1904 und 1930, die wahrscheinlich die Jahre, in denen das Relief renoviert worden ist, anzeigen.

Relief der Heiligen Dreifaltigkeit an der ehemaligen Einschicht Třídomí (Dreihäuser).
Relief der Heiligen Dreifaltigkeit an der ehemaligen Einschicht Třídomí (Dreihäuser).
Relief der Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten im Hohlweg der alten Strasse nach Mařenice.
Relief der Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten im Hohlweg der alten Strasse nach Mařenice.

Etwa 300 m weiter nördlich befindet sich in einem heute nicht mehr befahrenen und teilweise verschüttteten alten Wege ein zweites Relief, die Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten darstellend. In eine flache, über 2 x 1,5 m messende Nische ist hier ein Bild des heiligen Joseph mit dem Eselein, auf dem Maria mit dem Jesuskind in den Armen sitzt, eingemeißelt; das ganze Bild umgeben Engelsköpfchen. Auch dieses Relief hat wahrscheinlich Franz Schier geschaffen, von dem auch die Statuen und Reliefe auf dem Kalvarienberg bei Mařenice (Grossmergtal) stammen dürften.

Text: Jiří Kühn; Übersetzung: Petr Kühn.