Lausitzer Gebirge
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Lembersko
(Lämberg und Umgebung)

Im Jahre 1996 wurde vom Kulturministerium der ÈR die Landschaftliche Denkmalszone Lembersko ausgerufen, die den ehemaligen Lämberger Schlosspark und die anliegende Umgebung zwischen den Ortschaften Lvová (Lämberg), Kunová (Kunewalde), Zpìvná (Vogelgesang), Markvartice (Markersdorf) und Knìžièky (Kleinhirndorf) nordöstlich von Jablonné v Podještìdí (Deutsch-Gabel) einschliesst. Der natürliche Mittelpunkt dieses Gebietes ist das auf der steilen, sich über das Tal des Panenský potok (Jungfernbach) erhebenden Anhöhe Krutina (Krutinaberg, 352 m) erhebende Schloss Lemberk (Lämberg).
Auf der angrenzenden Hochebene stehen einige Häuser, deren Schicksale mit dem der Burg eng verbunden waren. Gegenüber dem Burgtor steht das Gebäude des Gefängnisses von 1735, an das sich das frühere Gasthaus mit seinem ausgedehnten gewölbten Keller von 1680 anlehnt und hinter ihm am nach Südwesten führenden Wege schliessen sich drei schöne Blockhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert an. Ihnen Gegenüber steht der barocke Speicher aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts und hinter ihm befindet sich die Schule von 1769, die ihrem ursprünglichen Zwecke bis 1938 gedient hatte.

Fachwerkhäuser vor dem Schloss Lemberk. Breda´sche Lustschlösschen.

Das letzte Haus in der Reihe ist das frühbarocke, im Jahre 1674 unter Christoph Rudolf Breda erbaute sog. Breda´sche Lustschlösschen. Die Familie Clam-Gallas nutzte es später nur gelegentlich und seit dem Anfange des 20. Jahrhunderts sass hier die Forstverwaltung mit der Gärtnerei. Nach dem 2. Weltkrieg kam das Lustschloss in private Hände und wurde dann 1989 zum Gebrauch des Schlosses Lemberk zurückgekauft. Am Anfang der 90er Jahre veranstaltete hier die Stiftung Lemberg internationale Bildhauer-Symposien und in den Jahren 1999–2009 war im Lustschlösschen eine der Natur und der Besiedlungsgeschichte des Lausitzer Gebirges gewidmete Ausstellung untergebracht.
Die Zdislava-Kapelle.

An das Lustschlösschen lehnt sich ein grosser, mit einer steinernen Mauer und einem barockem, mit dem Wappen der von Breda geschmückte Tor umgebener Garten. Einen grossen Teil des Gartens nimmt eine begraste Terrasse mit drei beschädigten Springbrunnen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ein. Der mittlere Brunnen ist mit der Plastik einer Nymphe mit einer Säule, auf deren Kopf früher ein heraldischer Adler sass, geschmückt, und auf der weiter westlich liegenden Fontane steht die barocke Statue eines Jungen mit einem Fisch. Am Südrande der Terrasse entlang stehen Torsi mythologischer Statuen der Göttinen Diana, Juno, des Gottes Jupiter und der sieben Musen, die der Tradition nach Matthias Bernard Braun zugeschrieben werden, was aber höchstwahrscheinlich nicht der Wahrheit entspricht. Gegenüber dem Lustschloss steht eine steinerne Säule, deren Kapitell von einer gusseisernen Statue des hl. Johann von Nepomuk vom Anfange des 19. Jahrhunderts geschmückt war; diese Statue wurde aber unlängst gestohlen.
Unweit hinter dem Lustschloss steht an der rechten Seite des Weges ein Wasserleitungsturm aus dem Jahre 1734, der zur Versorgung des Schlosses und des Lustschlosses mit Wasser diente, das aus einem Reservoir unter dem Damm des Brauereiteiches heraufgepumpt wurde; das überschüssige Wasser floss in den unter dem Garten des Lustschlosses liegenden kleinen Teich. Hinter dem Turm liegt ein alter Obstgarten, an dessen Rande vorbei ein Weg durch eine etwa 350 m lange unter Naturschutz stehende Lindenallee bis zum Südwestende der Anhöhe zum früheren kleinen Friedhof mit der verwahrlosten alten Zdislava-Kapelle führt.

Der alte Wasserleitungsturm. Die Lindenalle zur Zdislava-Kapelle.

Der Altan an der Zdislavabrunnen.

Am Nordwestfusse der Anhöhe am Jungfernbach entlang führt ein Weg von Jablonné v Podještìdí (Deutsch-Gabel) und Markvartice (Markersdorf) nach Lvová (Lämberg). Etwa 200 m von der Wegabzweigung unter der Zdislava-Kapelle ist an ihm die hergerichtete Quelle Zdislavina studánka (Zdislavabrunnen), die früher im Volksmunde "Distelborn" genannt wurde. Über ihr steht ein Empiregloriett aus dem Jahre 1862 mit acht toskanischen Säulen, hinter hm ist eine in den Felsen gehauene Nische mit einer Statue. Vor dem Altan führen Stufen zur hergerichteten Quelle, der von alters her heilkräftige Wirkungen zugeschrieben werden. Der Volkssage nach soll das Wasser dieser Quelle auch die hl. Zdislava zur Behandlung der Kranken verwendet haben. Etwa 200 m hinter dem Brunnen ist unter Bäumen ein "Èerná tùò" (der Schwarze Tump) genannter Tümpel versteckt, in den ein alter, bei der Herrichtung der Teiche im 18. Jahrhundert in den Sandsteinfelsen gehauener Umleitungsgraben mündet. Dieser etwa 40 m lange und 3 m breite Tunnell ist heute zum Teil vom Wasser überflutet und sein vergitterter nördlicher Eingang ist zum grossen Teil mit Sand zugeschüttet.
Weiter gegen den Strom des Panenský potok (Jungfernbach) liegt der Pivovarský rybník (Brauereiteich), unter dessen Damm das kleine steinerne Häuschen des ehemaligen Wasserreservoirs steht, aus dem das vom Schloss benötigte Wasser gepumpt wurde. Am Südostufer des Teiches stand früher die Bierbrauerei, die wahrscheinlich am Ende des 17. Jahrhunderts gegründet wurde. Zum Bräuhause gehörten auch ausgedehnte Keller, in denen auch der überwiegende Teil der Produktionsräumlichkeiten einschliesslich des Sudhauses untergebracht waren. Die in das Sandsteinmassiv ausgehauenen Räumlichkeiten bestanden aus fünf grossen, 9 bis 30 m langen Sälen, die 4 bis 7 m breit und meistens 2 bis 5 m hoch waren. In der Wand eines der Säle war die Jahreszahl 1694 eingehauen. Der Betrieb der Brauerei wurde um 1910 eingestellt, vor dem 1. Weltkrieg wurde in ihr eine Samtschneiderei eingerichtet; später wurde sie nur noch als Schüttboden verwendet. Nach dem 2. Weltkrieg verfielen die Räumlichkeiten und am Ende der 50. Jahre entschied man über ihren Abbruch. Heute steht hier nur mehr das ehemalige Brauerei-Wirtshaus, das man zu Rekreationszwecken adaptiert hat. Die nicht mehr zugänglichen Brauereikeller wurden zum Teil verschüttet und im Juli 2005 stürzte ein Teil ihrer Decke ein. Die vergitterten Eingänge im Felsen führen in einen weiteren kleineren Keller.

Der ehemalige Wasserbehälter unter dem Damm des Brauereiteiches. Der Brauereiteich unter dem Schloss Lemberk (Lämberg).

Der Weg entlang des Brauereiteiches führt durch eine unter Naturschutz stehende Lindenalle bis zum ehemaligen Meierhof am Nordfusse des Schlossfelsens. Diesen Hof liess im Jahre 1739 Philipp Joseph Gallas erbauen, bis heute haben sich von ihm aber nur kleine Mauerreste erhalten, die einen Parkplatz für die Schlossbesucher einschliessen. An der Nordostseite des Hofes liegt der Dvorní rybník (Hofteich) mit einer kleinen Insel, über dessen Deich die von einer weiteren Lindenallee gesäumte Zufahrtstrasse aus Lvová (Lämberg) zum Schloss führt. Hinter dem Hof steigt die Strasse am bewaldeten Hang des Tals in südlicher Richtung weiter und führt unter dem Schloss am Mundloch eines 33 m langen Eisenerz-Stollens vorbei. Der Stollen verfolgt einen Basaltgang, der eine saigere Störung im Sandstein ausfüllt, und weil sich in ihm Fledermäuse verstecken, wurde das Stollenmundloch im Jahre 1997 mit einem Gitter verschlossen. Das Erz wurde hier wahrscheinlich nach 1757 abgebaut, aus der gleichen Zeit stammen höchstwahrscheinlich auch die längst verschütteten Tagebaue am Hange der gegenüberliegenden, Èihadlo (Vogelherd, 376 m) genannten Anhöhe. Nahe am Stollen zweigt von der Strasse ein Waldweg ins Tal ab, an dem etwa 400 m weiter in einer kleinen Umzäunung das schlichte Køíž mrtvých (Totenkreuz) steht. Es weist auf die Stelle hin, an der über 1000 österreichische und preussische Soldaten, die im Feldlazarett des Schlosses Lemberk (Lämberg) nach der Schlacht bei Hochkirch bei Görlitz am 14. Oktober 1758 gestorben sind. Das Kreuz wurde 1901 eingeweiht und seitdem mehrmals erneuert.

Das Mundloch des alten Eisenerz-Stollens im Tale unter dem Schloss. Das Totenkreuz im Tale unter dem Schloss Lemberg (Lämberg).

Der Steinkreis im alten Steinbruch.

Die Strasse steigt aus dem Tal bis auf die Hochebene hinauf und etwa 200 m hinter dem Zaun des Lustschlösschengartens zweigt von ihr nach rechts ein Weg in den Wald mit einem alten Steinbruch ab zu einem aus starken Basaltsäulen gebildeten Steinring. Auf den ersten Blick kann dieser Ring den Eindruck einer alten heidnischen Opferstätte machen, aber er entstand während eines der Bildhauer-Symposien in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts. Weitere von den Teilnehmern dieser Symposien geschaffen Standbilder und Plastiken sieht man auch an einigen anderen Stellen in der weiteren Umgebung des Schlosses.
Etwa 400 m weiter nach Osten steht zwischen vier hochwüchsigen Lindenbäumen an der linken Seite der Strasse nach Janovice v Podještìdí (Jonsdorf) die altehrwürdige, aus glatt bearbeiteten Sandsteinquadern erbaute Hejtmanská kaple (Hauptenskapelle). Über ihren Ursprung ist nichts Näheres bekannt, aber nach einer Volkssage wurde sie zum Andenken an einen schwedischen Hauptmann erbaut, der hier während des 30jährigen Krieges begraben worden ist. Auf dem Altar der Kapelle befand sich früher ein Bild der Vierzehn heiligen Nothelfer. Früher hatte man von dieser Kapelle einen schönen Ausblick auf das Lausitzer Gebirge, heute ist von hier noch der Hochwald (Hvozd) zu sehen.

In der Umgebung des Schlosses stehen einige Statuen und Plastiken, die im Laufe der Bildhauersymposien in den 90. Jahren des 20. Jahrhunderts geschaffen worden sind. Die Hejtmanská kaple (Hauptenskapelle) an der Strasse nach Janovice (Johnsdorf).

Weitere Informationen

 


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