Lausitzer Gebirge
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Städte und Gemeinden

Kerhartice
(Gersdorf)

Das sorgfältig gepflegte Gebäude der ehemaligen Pfarre.

Kerhartice (Gersdorf) ist ein langgestrecktes Dorf im Tale des Bystrá-Baches (Absbach, Ebersbach) und liegt etwa 3 km südlich von Èeská Kamenice, dessen Ortsteil es ist. Zum ersten Male wird es im Jahre 1382 erwähnt. Der ursprüngliche Name Gersdorf war wahrscheinlich vom Namen des Lokators Gerhard abgeleitet. Nach der mündlichen Überlieferung stand in der Mitte des Dorfes die Veste Assenburg, deren Spuren angeblich noch um die Mitte des 19. Jahrhundert zu sehen waren. Es ist nicht ausgeschlossen, dass diese Veste den Lutitzern gehörte, die im nahen Markvartice (Markersdorf) sassen und die seit der Mitte des 15. Jahrhundert ihre Besitztümer auch im unteren Teile von Kerhartice hatten. Nach dem Verfall der Familie der Lutitzer wurde dieser Teil des Dorfes zur Kamnitzer Herrschaft der Familie Kinsky gezogen und zu Markvartice gehörte dann nurmehr ein einziges Bauerngut.
Bis zum Zweiten Weltkrige blieb Kerhartice überwiegend ein Bauerndorf. Neben der Feldwirtschaft beschäftigten sich die Einwohner mit Furhmannsdiensten, einige auch mit Strumpfwirkerei, mit Spinnen, Färben und Bleichen von Garnen. Es gab hier aber auch einige für die Glaswerke in Kamenický Šenov (Steinschönau), Mistrovice (Meistersdorf) und Oldøichov (Ulrichstal) arbeitende Glasveredlungswerkstätten. Im Jahre 1860 hatte das Dorf 1060 Einwohner.

Kirche der hl. Maria Magdalena.

Auf einer kleinen Anhöhe im Dorfe steht die barocke Kirche zur hl. Maria Magdalena, die in den Jahren 1775-1778 unter Mitwirkung des Architekten J. V. Kosch an Stelle einer älteren kleinen Kirche aus dem 15. Jahrhundert erbaut wurde. Sie ist einschiffig mit einem halbrund abgeschlossenen Altarraum und einem viereckigen Turm an der Westseite. An die Seitenwände sind von aussen eine rechteckige Kapelle und eine Sakristei, an deren Mauer sich eine Sonnenuhr befindet, angebaut.
Von der Innenausstattung der ursprünglichen Kirche hat sich ein Flügelaltar vom Jahre 1507 erhalten, der 1887 in das Diözesanmuseum in Litomìøice (Leitmeritz) überführt wurde. Ausserdem war hier auch noch ein Rokokoaltar der. hl. Jungfrau Maria aus dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts mit der Statue der Kamnitzer Jungfrau Maria und ein frühbarocker Altar zur Ausgiessung des Heiligen Geistes aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
Während der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde die Kirche ausgeraubt und ihrem Schicksale überlassen, sodass am Ende nur noch die Umfassungsmauern übrig blieben. Durch die Rekonstruktion in den 90er Jahren wurde aber die Kirche gerettet und am 19. September 1998 wieder feierlich eingeweiht. Es wurden dabei auch einige Grabsteine aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert renoviert, die jetzt an ihrer Aussenmauer stehen.

Kapelle an der Strasse nach Huníkov (Henne).

Neben der Kirche steht das gut erhaltene einstöckige Holzhaus der früheren Pfarre mit einem Mansardendach, an der Strasse unter ihr ein Denkmal der Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Im Dorf steht auch eine ganze Reihe typischer ebenerdiger oder einstöckiger Umgebindehäuser. An der Strasse nach Huníkov (Henne) steht eine barocke quadratische Kapelle aus dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts, in deren Nische früher eine Statue des hl. Georg stand. Im Jahre 1998 wurde die Kapelle renoviert und am 19. September neu eingeweiht. In der umgebenden Landschaft haben sich auch noch einige alte Kreuze erhalten.

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