Lausitzer Gebirge
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Svìtlík
(Lichtenberg)

Eines der letzten Häuser des ehemaligen Dorfes Svìtlík.

Svìtlík (Lichtenberg) ist eine eingegangene Ortschaft auf einem flachen Hange etwa 1,5 km nördlich von Horní Podluží (Obergrund), zu dem sie heute gehört. Die Ortschaft wird 1748 zum ersten Male erwähnt und hatte im Jahre 1885 bereits 30 Häuser mit 210 Einwohnern. Noch vor dem Zweiten Weltkrieg standen hier 17 Häuser, eine Bäckerei und ein Gasthaus, aber nach 1945 blieb der Ort verlassen und ging allmählich ganz ein. Heute findet man hier nur einige verstreute Häuser, die zur Erholung dienen.
Das denkwürdigste Gebäude des ehemaligen Dorfes ist zweifellos die alte holländische Windmühle aus dem 19. Jahrhundert, die ein einzigartiges techniches Denkmal darstellte. Das runde gemauerte Bauwerk wird durch ein Pyramidendach mit einer Dachluke abgeschlossen, aus der heute wieder das ursprüngliche fünfflügelige Windrad herausragt.
Die Mühle wurde im Jahre 1843 erbaut und diente bis zum Jahr 1945, in dem sie verlassen wurde und zu verfallen begann. Im Jahre 1962 wurde sie zwar vollständig rekonstruiert, da sie aber an einem abgelegenen Orte steht und nicht benutzt wurde, haben unbekannte Vandalen bald ihre ganze Inneneinrichtung vernichtet. Ein Sturmwind brach einen der Flügel ab und da die Gemeinde kein Geld zur Instandhaltung besass, wurde die Mühle als Erholungsobjekt an eine Privatperson verkauft. Der neue Besitzer reparierte die Mühle teilweise, liess aber das beschädigte Windrad dem Wind und Wetter und den Vandalen preis, die seinen endgültigen Verderb beschleunigten. Ohne weitere Erhaltungsmassnahmen verfiel die Mühle mehr und mehr; erst am Ende des 20. Jh. begannen die Besitzer dieses einzigartige technische Denkmal zu renovieren. Heute steht die Mühle wieder in ihrer ganzen Pracht vor dem Besucher.

Die Windmühle am Svìtlík-Teich (Lichtenberger Teich). Blick auf den Lichtenteich von Südwesten.

Neben der eingegangenen Ortschaft liegt der gleichnamige Teich (Lichtenteich), der früher zum Baden und zur Erholung diente und seit 1995 als Wasservogel-Nistplatz geschützt ist. Das Naturschutzgebiet schliesst auch das oberhalb des Teiches liegende Torfmoor, in dem geschützte Pflanzenarten vorkommen, ein. Es leben hier meistens die gleichen Arten wie auf dem unweit von hier liegenden Velký rybník (Grossteich). Die bedeutendste hier nistende Art ist der Kranich, man kann hier auch dem Seeadler, dem Rotmilan, Schwarzstorch und Weissstorch begegnen. Allgemein verbreitet ist der Haubentaucher, die Stockente, die Reiherente, der Fischreiher, die Rohrweihe, der Teichrohrsänger oder die Rohrammer, in den umgebenden Wiesen nistet z. B. die Bekassine, der Wiesenpieper und das Braunkehlchen.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde im Nordwestteile des Naturschutzgebietes Torf gestochen und bis heute sieht man hier die Entwässerungskanäle und kleine Tümpel, in denen z. B. die Bergeidechse und der Moorfrosch vorkommt. An die hiesigen Feuchtgebiete ist auch das Vorkommen der sehr seltenen Grossen Moosjungfer oder der Torf-Mosaikjungfer gebunden.
Zum Naturschutzgebiet gehören auch die umliegenden Feuchtwiesen und Torfmoore mit seltenen und geschützten Pflanzenarten. Es wächst hier z. B. die Arnika, der Gemeine Wasserschlauch, das Schmalblättrige Wollgras, der Wasserfenchel und das Sumpf-Blutauge, in früheren Jahren wurde hier auch das Vorkommen des insektenfressenden Rundblättrigen Sonnentaus festgestellt.

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