Lausitzer Gebirge
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Sirný pramen
(Schwefelquelle)

Gesamtansicht der Schwefelquelle.

Die Sirný pramen (Schwefelquelle) liegt unweit der Wegkreuzung U Jana (Beim Johannes) im waldbestandenen Tale des Hamerský potok (Hammerbach, Etschbach) zwischen den Bergen Bouøný (Friedrichsberg), Malý Stoh (552 m) und Kopøivnice (Nesselberg), etwa 2,5 km östlich von Nová Hu (Neuhütte). Am rechten Bachufer sieht man hier einen Tümpel von etwa 3 m Durchmesser mit einer ergiebigen Quelle eisenhaltigen Wassers, in dem gelbbraune bis rostbraune Flocken frei herumschwimmen, von denen der Volksmund meinte, es wären Schwefelflocken. Erst 1907 stellte Professor Hans Molisch aus der Deutschen Universität in Prag fest, dass diese Färbung von fadenähnlichen Bakterien Leptothrix ochracea, die ihre Energie aus der Oxidation von im Wasser gelösten Verbindungen des zweiwertigen zu dreiwertigem Eisen gewinnen, verursacht wird. Diese Bakterien kommen in Wässern mit höheren Eisengehalten besonders häufig vor und man kann ihnen auch an anderen Stellen des Lausitzer Gebirges begegnen. In der Schwefelquelle werden sie von einer artenarmen Gemeinschaft von Algen mit der Kieselalge Navicula pelliculosa, die nur aus wenigen Stellen unserer Gewässern bekannt ist, begleitet. In der Umgebung der Schwefelquelle kommt der Rippenfarn vor, in der Nähe des Strassenbrücke wächst der Alpen-Milchlattich.
In die flachen sumpfigen Umgebung der Schwefelquelle hat man in früheren Jahren Entwässerungskanäle gegraben, deren Überreste bis heute noch sichtbar sind. In den Jahren des Aufschwungs des Touristenwesens wurde die Schwefelquelle zu einem interessanten Anziehungspunkt, fiel aber in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts fast dem Vergessen anheim. Erst 1999 wurde ihre Umgebung wieder hergestellt und sie wurde den Touristen zuerst über einem Knüppelweg und dann 2007 über einen entlang des Baches eingerichteten Pfad zugänglich gemacht.

Quelltümpel mit okerfarbenen Flocken von Eisenbakterien. Detail der ockergelben Flocken im Wasser der Quelle.

 


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