Lausitzer Gebirge
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Schwarzes Loch

Blick in den Bruch Schwarzes Loch mit der Museumsexposition.

Der Steinbruch Schwarzes Loch liegt im Westteile des Gebietes der Mühlsteinbrüche ungefähr 600 m südlich des Ortsrandes von Jonsdorf. Dieser etwa 50 m tiefer Felsenkessel mit senkrechten Wänden ist der grösste und interessanteste der hiesigen Mühlsteinbrüche.

Über den Beginn des Bruchbetriebes haben sich leider keine Nachrichten erhalten, aber man nimmt an, dass der Steinbruchbetrieb hier am Ende des 16. oder Anfang des 17. Jahrhunderts begann. Später bestanden hier zwei selbstständige Brüche, die Weisse Wand und das Schwarze Loch, die im Jahre 1810 nach der Entfernung der zwischen ihnen stehenden "Faulen Wand" vereint wurden.

Der südliche, von Hand in den Sandsteinfelsen gehauene Durchbruch.

Mit dem fortschreitenden Abbau drangen die Steinbrecher in immer grössere Tiefen und man musste deswegen neue Wege herrichten. Im Jahr 1816 wurden in den Bruch von seiner Nord- und Südseite von Hand zwei Durchstiche ausgehauen, die aber bereits im Jahre 1824 vertieft werden mussten, und später wurde noch ein dritter Durchbruch aus Nordwest gebrochen. Als diese Wege den Anforderungen des Transportes der Steine nicht mehr entsprachen, wurde Ende 1892 der Bau eines 66 m langen Tunnels in südöstlicher Richtung begonnen. Der ganze 2,5 m breite und 2 m hohe Tunnel wurde am 25. Januar 1895 fertiggestellt. Wegen der stets grösser werdenden Tiefe des Bruches musste er aber schon am Anfange des Jahres 1906 um 4 m vertieft werden und am Ende des Abbaues erreichte seine Höhe 9,5 m.
Im Jahre 1914 wurde die Ausfuhr der Mühlsteine wegen dem Krieg in Russland unterbrochen und das Brechen der Steine wurde in den meisten Brüchen einschliesslich des Schwarzen Loches eingestellt. Der verlassene Bruch überwucherte allmählich bis zum Jahre 1955, in dem er im Zuge des Ausbaues des Lehrpfades teilweise ausgeräumt wurde. Im Jahr 1995 stürzte die Decke des Tunnels ein und seitdem war der Tunnel aus Sicherheitsgründen nicht zugänglich. Drei Jahre später wurde aber der Bruch zum grössten Teil von der Vegetation befreit und als Schaugrube für die Besucher hergerichtet. Dazu wurde im Bruch eine Ausstellung der historischen Abbautechnik eingerichtet. Es wurde hier auch ein mit Schutzdach und Sitzbänken versehener Sitzplatz geschaffen. Vom September bis Dezember 2000 wurde der eingestürzte Tunnel saniert; die abgestürzte Stelle wurde abgesichert, der Schutt entfernt, die Wände befestigt und mit Sicherheitsankern versehen. Dadurch wurde der Tunnel wieder gesichert und zugänglich gemacht. Der Teil des Bruches mit der Museumsinstallation ist jetzt abgeschlossen und steht unter der Betreuung des Jonsdorfer Gebirgsvereins; der Eintritt in die Ausstellung ist nur im Rahmen einer Exkursion mit einem Führer möglich.

Teil der Museumsexposition der Steinbruchtechnik.

Durch den nordwestlichen Durchbruch tritt der Naturlehrpfad in den Steinbruch ein.

Durch den frei zugänglichen Westteil des Bruches „Schwarzes Loch“ führt der Lehrpfad. Vom Touristen-Unterstand unweit der alten Schmiede führen zwei Wege hierher. Der erste Weg tritt in den nördlichen Durchbruch, an dessen Anfange eine Tafel mit dem Namen des Bruches und der ungefähren Zeit seines Abbaues angebracht ist. Dieser Durchbruch endet aber in einer senkrechten Felswand hoch oben über dem Boden des Bruches. Dicht vor seinem Ende ist an seiner linken Seite eine Pulverkammer in die Felswand ausgehauen. Der zweite Weg führt vom Touristen-Unterstand an der Nordseite um den ganzen Bruch herum. Er führt dabei an einer Bank vorbei, die nach einem der Steinbrecher den Namen Knoblochs Ruh trägt, führt weiter an den bis heute sichtbaren Halden von Abfallgestein vorbei und dreht sich endlich in den 30 m langen nordwestlichen Durchbruch, durch den er in den Steinbruch eintritt. Vor dem Durchbruch ist am Wegrande eine Aussichtsstelle Lauscheblick mit einer Sitzbank hergerichtet.
Im Inneren des eigentlichen Steinbruches führt der Weg zuerst über einen verwitterten Phonolithgang, der sich von der Jonsdorfer Felsenstadt bis in den Steinbruch Weisser Felsen zieht. An diesen Gesteinsgang lehnt sich im Osten ein zersetzter Basaltgang an, an dessen Kontakt sich der anliegende Sandstein in kleine, 3–5 cm starke, fünf- bis sechsseitige, waagrerecht liegende Säulchen abgesondert hat.

Der Basaltfelsen Humboldfelsen inmitten des Steinbruches.

Bis zum Jahr 1810 war der Steinbruch durch die aus stark rissigem, zur Herstellung von Mühlsteinen ungeeignetem Sandstein bestehende Felswand der "Faulen Wand" in zwei Teile geteilt. Nach dem Abbruch dieser Wand wurde inmitten des Steinbruches ein etwa 6–8 m breiter, aus der Tiefe aufsteigender Basaltschlot aufgeschlossen, der aber später zusammenstürzte, so dass von ihm nur ein etwa 6 m hoher Rest übrigblieb. Im Sandstein um den Basaltschlot hatten sich auch heute noch sichtbare säulenförmig abgesonderte Sandsteinpartien ausgebildet. In grösserer Entfernung vom Schlot entstand durch die Einwirkung der vulkanischen Dämpfe und Gase ein sehr fester, glasiger, als "Mühlsteinquader" bezeichneter Sandstein, der im Laufe des mehr als 300 Jahre dauernden Bergbaues allmählich abgebaut wurde. Er wurde später zu Ehren Alexanders von Humboldts, der 1851 zwei Geologen und Maler hierher sandte, um an Ort und Stelle den säulenförmigen Zerfall des Sandsteins zu untersuchen, "Humboldtfelsen" benannt. Heute ist dieser Felsen als geschütztes Naturdenkmal ausgewiesen.

Neben diesem Basaltschlot befindet sich ein Tor, das in den abgeschlossenen Teil des Bruches mit der Museumsexposition führt. Der Lehrpfad steigt von hier über eine Treppe hinauf in den südlichen Durchbruch, von dessen Ausmündung das Innere des Bruches mit der Hütte, den Bänken und der Museumsexposition sichtbar ist. In der gegenüberliegenden Wand ist die Ausmündung des nördlichen Durchbruchs sichtbar, rechts unter ihm kann man eine auf die Felswand gemalte Sonnenuhr sehen. Auf dem Boden des Bruches können wir den Weg, der durch den Tunnell in den Steinbruch mündet, sehen. In der Nähe seines Portales wurde der Sandstein von kleinen Phonolithgängen durchdrungen, an denen sich auch einzelne Sandsteinsäulchen ausgebildet haben.
Hinter dem südlichen Durchbruch verbindet sich der Lehrpfad wieder mit dem markierten Wanderweg, der von der Schmiede an der Südseite des Bruches zur Jonsdorfer Felsenstadt führt. Von ihr zweigt schief hinunter ein Waldpfad zum zweiten Mundloch des Tunnels ab, das gleichfalls mit einem Gittertor verschlossen ist.

Blick auf die Nordwand des Bruches. Das äussere Mundloch des Tunnels.

 


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