Lausitzer Gebirge
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Na Potokách
(Bachhäuser)

Der steinerne Aquädukt zur ehemaligen Weberei.

Die eingegangene Ansiedlung Na Potokách (Bachhäuser) liegt im Tale der Chøibská Kamenice (Kreibitzbach) etwa 3 km westlich von Chøibská (Kreibitz) an der Strasse nach Jetøichovice (Dittersbach). Sie gehörte zu Dolní Chøibská (Niederkreibitz) und hatte 1930 acht Häuser mit 34 Einwohnern. Heute steht nur noch das Haus des Ferienheimes, bei dem die Strasse über Studený (Kaltenbach) nach Èeská Kamenice (Böhmisch Kamnitz) in einer grossen Steigung in teilweise durch den Fels gehauenen Serpentinen aus dem Tale hinausführt.
Noch vor kurzem stand hier die alte Weberei des Florian Hübel aus dem Jahr 1894, die in der Wirtschaftskrise 1929 ihren Betrieb einstellen musste. Nach dem Zweiten Weltkrieg dienten ihre Gebäude als Erholungsheim und später als Depositorium des Nationalmuseums in Prag. Seit 1980 standen die Gebäude leer, im Mai 1996 brannte die verwahrloste Fabrik ab und wurde 2000 abgerissen.

Der bis heute erhalten gebliebene Mühlgraben aus dem Jahre 1888, der früher das Wasser zum Antrieb in die Fabrik führte, stellt ein einzigartiges technisches Monument dar. Er fing an der Strassenbrücke bei den letzten Häusern von Dolní Chøibská (Niederkreibitz) an, von wo der heute noch gut sichtbare Zuleitungskanal an der linken Talseite entlang führt. Nach etwa 250 m verschwindet der Graben in einen 35 m langen Tunnel, der in einen Vorsprung des Sandsteinfelsens gemeisselt worden ist. Das obere Mundloch ist heute zugeschüttet und in die Felswand neben ihm ist ein grosses Kreuz eingemeisselt, das an einen Waldarbeiter erinnert, der hier 1841 unglücklicherweise vom Felsen abstürzte. Hinter dem Tunnel führt der hier besser erhaltene, teilweise ausgemauerte oder in den Felsen eingetiefte Graben zu einem bemerkenswerten, 25 m langen steinernen Aquädukt, der in zwei Bögen das Tal mit dem alten Waldweg und dem Lauf des Chøibská Kamenice- (Kreibitz-) Baches überbrückt und früher das Wasser auf die andere Talseite führte. Im weiteren Verlauf verschwindet der Mühlgraben wieder in einem Tunnel und führt durch einen 140 m langen gewölbten unterirdischen Stollen bis zu seinem Ende im Gelände der heute abgerissenen Fabrik. Etwas höher am Hang führt parallel dem Kanal ein alter Waldweg, von dem man an einigen Stellen durch kleine Öffnungen in den Kanal sehen kann.

Portal des Felsentunnels oberhalb der früherem Weberei. Der Mühlgraben aus dem Jahre 1888.

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