Lausitzer Gebirge
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Bärloch

Der Südteil des Bruches mit dem am Gange des verwitterten Phonolithes entlang führenden Pfade.

Das Bärloch ist der älteste und kleinste der Sandsteinbrüche am Nordrande des Gebietes der Mühlsteinbrüche bei Jonsdorf. Das Brechen des Steines in ihm begann vielleicht schon vor 1580, als ihn Hieronymus Richter von der Stadt Zittau mietete, und wurde nach dem Abbau des Qualitätssandsteines im Jahre 1863 verlassen. Im Jahr 1895 wurde noch südlich von ihm versucht, einen neuen Bruch zu eröffnen, der aber erfolglos blieb, weil der aufgeschlossene Sandstein zu weich war.

Der Zugang zum Steinbruch führt vom Sportplatz am Südrande von Jonsdorf über eine steile steinerne Treppe hinauf. Neben der Treppe war früher eine steinerne Rutsche, über die die grob bearbeíteten Steine aus den Brüchen ins Tal befördert wurden, wo sie auf Wagen geladen wurden. Ein kleiner Teil der Rutsche ist jetzt erneuert, um den Besuchern zu zeigen, wie sie ausgesehen hat. Die Treppe und die Rutsche enden oben unter der Felswand der Bärwand, in der noch heute die Lagerungen der Holzbalken eines Wetterdaches sichtbar sind, das zum Schutze und Ablegen der Werkzeuge und zum Schutz der Arbeiter bei Unwetter benützt wurde. Unweit von hier steht der für Bergsteiger zugängliche Felsenturm mit dem interessanten Gebilde der Drei Tische, das 1981 zum geologischen Naturdenkmal ausgerufen worden ist. Der Felsen hat drei Gipfel, deren obere Flächen aus waagerechten Platten eines stark von Eisenerz imprägnierten Sandsteines gebildet werden.

Der Sandsteinfelsen Drei Tische. Der Felsen mit der Statue des Steinbrechers in der Mitte des Steinbruches. Das Felsgebilde Mausefalle.

Am Nordrande der Felswand der Bärwand vorbei kommt man in der Bruch, der aus einer verhältnismässig engen, von Felsen eingeschlossenen und nordsüdlich streichenden Klamm besteht, die einen etwa 0,5 m mächtigen verwitterten Phonolithgang verfolgt. In der Mitte des Bruches wurde der Sandstein noch von einem Basaltstock durchstossen, der heute aber gleichfalls verwittert ist. In der Umgebung der beiden Eruptivgesteinskörper entstand ein fester, glasiger Sandstein, der sich zur Herstellung von Mühlsteinen eignete und den man praktisch vollständig abgebaut hat.
An der nördlichen und südlichen Seite des Bruches kam es in der Nähe des Kontaktes mit dem Eruptivgestein zu einer starken Erwärmung des Sandsteins, in dem während der nachfolgenden Akühlung ungefähr waagerecht gelagerte Säulchen entstanden sind. Einige dieser Säulchen kann man noch heute in etwa 3 m Höhe am nördlichen Ende des Steinbruches sehen.

Der mittlere Teil des Bruches mit dem Kaffeekanne oder auch Habicht genannten Felsturm.

Die Westwand des Bruches wird von einem unzugänglichen Felsengebilde, der „Kaffeekanne“ beherrscht, die künstlich beim Abbau des Steines gebildet wurde. Dieser Felsen wird manchmal von Bergsteigern benützt, die ihn „Habicht“ nennen. Im Durchbruch neben ihm entstand beim Absturz im Jahre 1908 ein interessantes Felsgebilde, die "Mausefalle", die den Eindruck macht, als ob eine nur leichte Berührung ihren Einsturz verursachen könnte, die dabei wie eine Mausfalle zuklappen würde.
Im der Mitte des Bruches ist auf einem niedrigen Felsen eine quadratische Tafel mit dem Namen des Bruches und der ungefähren Dauer seiner Nutzung, 1560-1863 angebracht ist. Über ihr steht eine hölzerne Steinbrecherstatue, die am Ende der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts vom oberlausitzer Bildhauer Günter Schönfelder geschaffen wurde.
Auf der Südseite des Bruches steigt der Weg an einem verwitterten Phonolithgange hinauf und führt an seiner rechten Seite an den Resten einer Felswand, der "Faulen Wand" vorbei, die sich nicht zur Herstellung von Mühlsteinen eignete und deshalb zum grössten Teile abgebaut wurde. Der Pfad führt dann weiter zum benachbarten Steinbruch, dem Weissen Felsen und weiter westlich führt von ihm eine Abzweigung zur Aussicht auf dem Carolafelsen. Auf der Fläche bei der Abzweigung stand früher auch ein weiteres Schutzdach zum Ablegen der Werkzeuge und am Fusse des gegenüberliegenden Felsens befindet sich eine kleine Pfütze, das "Wasserloch", in dem sich das ganze Jahr über Wasser hielt. Für die Steinbrecher war das äusserst wichtig, weil sie das Wasser zur Pflege ihrer Werkzeuge brauchten und in den Felsen der Umgebung nur selten Wasser zu finden war.

 


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