Lausitzer Gebirge
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Zadní Doubice
(Hinterdaubitz)

Reste der Häuser und Gärten der früheren Ortschaft.

Die Ortschaft Zadní Doubice (Hinterdaubitz) stand am linken Ufer des Grenzflüsschens Køinice (Kirnischt) unter der Einmündung des Brtnický potok (Zeidlerbach) und Bílý potok (Weissbach), etwa 5 km westlich von Kyjov (Khaa). Bereits 1547 stand hier eine Sägemühle mit Wasserantrieb und in späteren Jahren wurden in ihrer Nähe einige Häuser gebaut, deren Einwohner sich mit Waldarbeit, Fischfang und in kleineren Ausmass auch mit Steinbrucharbeiten den Lebensunterhalt verdienten. 1846 bestand hier ein Hegerhaus, dessen Mieter auch Unterkunft anbot und später auch das Recht zum Bierausschank erwarb. Im Jahre 1890 hatte diese Ortschaft 7 Häuser und 26 Einwohner, deren Zahl bis 1932 auf 37 anwuchs. Sie war ein Teil von Doubice (Daubitz), näher hatten es die Einwohner aber nach Deutschland. Auch die Kinder besuchten bis 1933 die Schule in Hinterhermsdorf, später mussten sie nach Brtníky und im Jahre 1935 wurde sogar eine Schulklasse in einem der Häuser unmittelbar in Zadní Doubice eröffnet.
Das bedeutendste Gebäude der Ortschaft war die Mühle Èeský mlýn (Böhmische Mühle), die ursprünglich als Brettmühle, seit 1588 auch als Mahlmühle diente. 1800 wurde in ihr eine Zwirnerei eingerichtet und 1836 auch eine Gaststätte. Nach dem Brand im Jahre 1863 wurde aber nur das Wirtschaftsgebäude erneuert und der Mühlenbetrieb eingestellt. Um 1900 bekam der Bewohner die offizielle Bewilligung zum Betrieb eines Gasthauses und nach einem Umbau wurde die sog. Èeský mlýn (Böhmische Mühle) zu einem bekannten und stark besuchten touristischen Gasthaus. Im Jahre 1930 wurde er wieder neu hergerichtet und im 2. Weltkrieg diente er als Erholungsheim für Offiziere der Wehrmacht.
Nach dem Krieg wurden die Bewohner von Hinterdaubitz nach Deutschland vertrieben und 1950 wurden alle Häuser einschliesslich der Böhmischen Mühle abgerissen. Bis zum Jahr 1968 lag die Gegend in der gesperrten Grenzzone und ein touristischer Grenzübergang nach Deutschland wurde erst am 1. Oktober 1996 wiedergeöffnet.

Überreste der Böhmischen Mühle. Der Grenzübergang am Ende von Zadní Doubice. Hinter dem Hause rechts führt die Strasse über die Brücke nach Deutschland und geradeaus der Wanderweg an der Vlèí deska (Wolfstafel) vorbei zur Tokáò (Balzhütte).

Denkmal der Opfer des Todesmarsches im Temný dùl.

Bis zum heutigen Tag haben sich von dieser Ortschaft nur unscheinbare Reste der Grundmauern und Keller erhalten. Am Ende der Ortschaft befindet sich die Grenzbrücke über die Kirnischtbach, über die die Talstrasse nach Deutschland nach Hinterhermsdorf weiterführt. Etwa 400 m bachabwärts sind die Überreste der Böhmischen Mühle gut sichtbar. Unmittelbar an der Grenzbrücke zweigt nach Osten der Temný dùl (Finsterer Grund) ab, an dessen Einmündung sich eine mit Steinen eingefasste Quelle mit der Jahreszahl 1900 befindet. Etwa 100 m weiter steht ein Denkmal, das zum Andenken an die hier am 23. April 1945 erschossenen Opfer des Todesmarsches aus dem KZ Schwarzheide erichtet wurde. Auf dem Grab stand früher ein Holzkreuz, das 2005 durch einen etwa 2 m hohen steinernen Obelisk mit den Namen der erschossenen 8 Männer ersetzt wurde. Die hölzerne Gedenktafel neben dem Denkmal hat die Touristenvereinigung aus Krásná Lípa (Schönlinde) am 14. Mai 1998 aufgestellt.

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