Lausitzer Gebirge
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Rousínovský hrádek
(Morgentauer Burg)

Die Terrasse auf dem Südosthange des Hügels ist wahrscheinlich der Rest einer Befestigung.

Der Rousínovský hrádek stand früher auf einer kleinen, im Wald etwa 800 m nordöstlich von Rousínov (Morgentau) nahe der zum Milštejn (Mühlstein) führenden Waldstrasse verborgenen Anhöhe. Über die flache Umgebung erhebt sich hier eine kleine, elliptisch gestreckte Kuppe (450 m), die im 19. Jahrhundert Zámecký vršek (Schlosshügel) genannt wurde.
Beim Bau eines Vogelherdes 1776 soll man hier auf einen Keller gestossen sein, in dem man ein zerfallenes Fass und einen verrosteter Kordgriff gefunden hat. Alte Sagen wissen, dass in diesem Keller ein Schatz vergraben war, den 1794 fünf Einwohner des nahen Rousínov, allerdings vergeblich, auszugraben versucht hatten. Damals sollen hier noch Grundmauern eines Wohngebäudes sichtbar gewesen sein, aber bereits um die Mitte des 19. Jahrhundert war der Hügel bewaldet und nichts wies darauf hin, dass hier jemals ein Gebäude gestanden hat.
Über die Entstehung und den Ursprung der Burg ist nichts bekannt. Eine im Sommer des Jahres 1996 durchgeführte Erkundung der Oberfläche machte es wahrscheinlich, dass hier eine einfache Befestigung stand, die als Standort einer vorgeschobenen Warte der nahen Burg Milštejn (Mühlstein) oder aber als Zuflucht der Angreifer während einer Belagerung dienen konnte. Man denkt auch daran, dass sie zum Schutz einer provisorischen Handwerker- oder Bergleute-Ansiedlung erbaut worden ist. Die gefundenen keramischen Scherben weisen darauf hin, dass die Burg vor dem Ende des 15. Jahrhundert benützt worden ist.

Der längliche Burghügel hat ein etwas niedrigeres Nordostende und bildet einen flachen Sattel, in den früher wahrscheinlich der alte Zugangsweg aus dem Tale hinaufführte. Das südwestliche Ende ist etwa 4 m höher und an seinem flacheren Nordwesthang entlang führt eine schmale geebnete Terasse, die wahrscheinlich den Überrest einer alten Befestigungsanlage darstellt. Auf dem steileren Südosthange befinden sich keine Spuren einer Befestigung. Auf dem flachen Gipfel sind heute nur unregelmässige und zum Teil verschüttete Gruben unbekannten Ursprungs zu sehen. Sie konnten die Gründungen der ursprünglichen Bauwerke der Burg, von Schatzsuchern gegrabene Gruben oder Versuchsbaue auf Eisenerze darstellen. Von den Gebäuden der Burg hat sich bis heute nichts erhalten, es konnte sich wahrscheinlich nur um Holzhütten mit in den Untergrund vertieften Kellern gehandelt haben.

 


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