Städte und Gemeinden

Sněžná
(Schnauhübel)

Blick auf die Gemeide von Nordosten.
Blick auf die Gemeide von Nordosten.

Sněžná (Schnauhübel) ist ein auf der Hochebene über dem Kirnitzschtal etwa 2,5 km nordöstlich von Krásná Lípa (Schönlinde), deren Ortsteil er heute bildet, liegender Erholungsort. Noch um 1571 soll sich hier nur ein Heuschober befunden haben, in dem das Heu der herrschaftlichen Hofwiese unter der Burg Krásný Buk (Schönbüchel) eingelagert wurde. Nur 11 Jahre später verkauften die Herren von Schleinitz das Waldrevier Vlčí hora (Wolfsberg) dem sächsischen Kurfürsten August I., der hier ein Jägerhaus bauen liess. Das eigentliche Dorf entstand wahrscheinlich erst in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts und ist schriftlich erst im Jahre 1719 belegt. In den 80er Jahren des 18. Jahrhunderts waren im Dorf nur 21 Wirtschaften; eine ganze Reihe von Häusern entstand erst im 19. Jahrhundert als Folge des Aufschwunges der häuslich betriebenen Spinnerei, Weberei und Bleicherei. Heute leben hier dauernd etwa 30 Einwohner.

Die Wallfahrtskirche Maria Schnee.
Die Wallfahrtskirche Maria Schnee.

Im Dorf hat sich eine Reihe von ebenerdigen Fachwerkhäusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert erhalten, deren malerischsten sich im Tale dicht an den südlichen Teil von Dlouhý důl (Langengrund) anschliessenden Häusergruppe befinden. Am Westrand des Dorfes steht die spätbarocke Wallfahrtskirche Maria Schnee, die in den Jahren 1732 – 1734 die Eheleute Johann Christoph und Anna Maria Liebsch erbauen liessen. Der Grundstein wurde am 29. Juli 1732 gelegt und am 18. Februar 1734 wurde der Bau von Zacharias Hoffmann aus Lipová (Hanšpach, Hainspach) zum Abschluss gebracht. Die Kapelle bekam ihren Altar, die Sitzbänke und Orgel und hatte zwei Glocken im Glockenstuhl. Der erste feierliche Gottessdienst wurde am Feiertage der Jungfrau Maria Schnee im September 1734 gefeiert und vier Jahre später erteilte Papst Clemens XII. der Kapelle Ablässe, wodurch er hier die Tradition eines Wallfahrtsortes begründete. In den Jahren 1845-1847 wurde die Kapelle durch ein quadratisches Schiff vergrössert, das Franz Eiselt aus Lipová (Hainspach) erbaute. In ihrem Inneren befindet sich ein dreiseitiger hölzerner Chor und eine Predigtkanzel mit Heiligenreliefen. Auf der Aussenwand der ehemaligen Kapelle, die heute das Presbyterium bildet, befindet sich ein schöner, aus Sandstein gefertigter Grabstein der Eheleute Liebsch, die dort begraben sind. Unter den an der Kirche stehenden Bäumen steht eine barocke Statue des hl. Johann von Nepomuk, die allerdings erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts hier aufgestellt worden ist.

Das Presbyterium der Kapelle mit dem Hochaltar.
Das Presbyterium der Kapelle mit dem Hochaltar.
Grabstein der Eheleute Liebsch an der Aussenwand des Presbyteriums.
Grabstein der Eheleute Liebsch an der Aussenwand des Presbyteriums.
Die Kapelle der Heiligen Dreifaltigkeit mit dem denkwürdigen Lindenbaum. Im Hintergrund rechts der Vlčí hora (Wolfsberg).
Die Kapelle der Heiligen Dreifaltigkeit mit dem denkwürdigen Lindenbaum. Im Hintergrund rechts der Vlčí hora (Wolfsberg).

Vor der Kirche steht die ehemalige Schule, um deren Bau in den Jahren 1732-1736 sich gleichfalls die Eheleute Liebsch verdient gemacht haben. Die ursprüngliche Schule als Blockwerksbau wurde 1745 um ein Stockwerk erhöht und später in die jetzt bestehende Form umgebaut. Heute ist das Haus aber unbewohnt und verfällt allmählich.
An einer Wegegabelung nordöstlich der Gemeinde steht unter einem starken denkwürdigen Lindenbaum die barocke Kapelle der heiligen Dreifaltigkeit, die zur Zeit wohl das älteste Bauwerk im Dorfe darstellt. Es hat sie angeblich im Jahre 1709 Johann Georg Klinger erbaut zum Dank dafür, dass sein Sohn aus dem Kriege heil nach Hause gekommen ist. Die Kapelle war reich mit Statuen und Bildern ausgeschmückt, heute ist davon aber nur ein steinernes Relief der Heiligen Dreifaltigkeit und eine volkstümliche Statue des hl. Johann von Nepomuk übriggeblieben.
Im südlichen Teil von Sněžná (Schnauhübel) ist Fritsche´s parkartig hergerichtetes Arboretum mit vielen interessanten Holzgewächsen, einem gepflegten Alpinum und einigen kleinen Teichen. Dieser private Garten ist das ganze Jahr über frei zugänglich und im Frühling blüht dort eine Menge von Azaleen und Rhododendren. Dem Arboretum gegenüber steht eine Statue des hl. Joseph aus dem Jahre 1768, die im Jahre 1874 von der abgerissenen Brücke auf dem Stadtplatz in Krásná Lípa (Schönlinde) hierher übertragen worden ist.

Die hl. Johann von Nepomuk-Statue an der Kirche.
Die hl. Johann von Nepomuk-Statue an der Kirche.
Blick auf den oberen Teil von Fritsches Arboretum.
Blick auf den oberen Teil von Fritsches Arboretum.

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