Lausitzer Gebirge
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Tlustec
(Tolzberg)

Blick auf den Tlustec (Tolzberg) vom Nordwesten.

Der Tlustec (Tolzberg, 591 m) ist eine auffallende, regelmässig geformte Basaltkuppe etwa 4,5 km südlich von Jablonné v Podještìdí (Deutsch-Gabel) und 2 km östlich von Brništì (Brins). Er stellt eine auffallende, etwa 300 m über die leicht gewellte umgebende Landschaft heraufragende landschaftliche Dominante dar. Früher war er fast vollständig mit zusammenhängenden Wäldern bedeckt, aber im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts wurde ein bedeutender Teil der Wälder durch den Betrieb des Steinbruches vernichtet. Trotzdem findet man auch heute noch erhalten gebliebene biologisch wertvolle Waldbestände an den nördlichen und östlichen Abhängen des Berges. In den tiefer liegenden Teilen der Abhänge überwiegen Fichtenbestände mit ausgeprägter Vertretung der Rotbuche, Hänge-Birke und Stieleiche. In höheren Lagen kommen besonders Buchenbestände mit Beimischung von anderen Laubbäumen vor. In den Waldresten am Westhange ist besonders die Sommer-Linde und weniger oft die Winter-Linde vertreten, die hauptsächlich nordöstlich vom Gipfel vorkommt. In den Schuttwäldern im Süden und Osten ist die gewöhnliche Esche reichlich vertreten, der sich neuestens auch auf der Rest der künstlich entwaldeten Gipfelplateau verbreitet hat. In kleinerem Ausmasse kommen in den Buchenwäldern auch die Berg-Ulme, der Spitz-Ahorn und der Berg-Ahorn vor.
Im Unterwuchs der hiesigen Buchenbestände kann man das Wald-Bingelkraut, das Chritophskraut, die Weisse Zahnwurz und die Zwiebel-Zahnwurz, finden, ausserdem wächst hier zum Beispiel der Waldmeister, das Waldhaargras, der Purpulattich, der Berg-Ehrenpreis, die Quirlblättrige Weisswurz die vielblütige Weisswurz. Von weiteren interessanten Arten kommt auf dem Tlustec-Berg das Gelbe Windröschen, der Mittlere Lerchensporn, der Gefleckte Aronstab, der zvonek broskvolistý, das Maiglöckchen, das Schultes Labkraut, der Efeu, der Türkenbund, die Vogel-Nestwurz, die Weisse Waldhyacinthe und die Einbeere vor.
Am Westhange des Berges befanden sich früher Basaltfelsen und –Schutt, der geeignete Bedingungen für wärmeliebende Pflanzenarten bildete. Es wuchsen hier z.B. die Gemeine Zwergmistel, die Böhmische Bastard-Elsbeere oder der seltene Südliche Wimperfarn. Bei der Erweiterung des Steinbruches wurden diese interessante Biotope leider vernichtet. Das gleiche Schicksal erreichte auch den nicht besonders tief unter dem Gipfel stehenden Felsen Havraní skála (Rabenstein), auf dem die Cvikovská vyhlídka (Zwickauer Aussicht) mit einer Aussicht über die Landschaft um Èeská Lípa (Böhmisch-Leipa) und auf die Kette des Lausitzer Gebirges hergerichtet worden ist. Heute besteht eine schöne Aussicht in westlicher Richtung vom entwaldeten Gipfel des Berges, der sich aber in der Sperrzone des Steinbruches befindet.

Schuttwald am Nordwestabhang des Berges. Laubwaldrest auf dem Gipfel des Berges.

Der Basaltsteinbruch unter dem Gipfel des Berges.

Auf dem Tlustec (Tolzberg) hat man den Basalt schon vor langer Zeit, aber meistens nur in kleinem Ausmasse gebrochen. Nur an der Nordwestseite des Berges entstand ein grösserer Steinbruch, der aber seit etwa der Mitte des 20. Jahrhunderts verlassen ist. Der neuzeitliche Abbau bedrohte durch sein Ausmass den Bestand des Berges selbst. Die im Jahre 1963 durchgeführte geologische Erkundung wies im Tlustec (Tolzberg) abbauwürdige Vorräte von Basalt nach und auf seinem Grund entschied man sich, einen neuen Steinbruch aufzuschliessen. Im Jahre 1982 begann man mit dem Bau der maschinellen Ausstattung und 1984 wurde der Steinbruch auf seinem Westabhange aufgeschlossen. Der Abbau ging vorerst nur in den tieferen Horizonten vor sich, wurde aber später bis zum eigentlichen Gipfel hinaufgeschoben. Die damaligen Pläne rechneten mit dem Abbau des ganzen Gipfels, wodurch sich die Höhe des Berges um etwa 170 Meter erniedrigt hätte.
Der Steinbruch wurde zuerst von den Eisenbahnbaubetrieben genutzt und wurde nach 1992 von der Firma Beron privatisiert. Der stetig wachsende Abbau belästigte aber die Einwohner der umgebenden Dörfer und deshalb stellten sich einige Bürgerinitiativen und die Stadt Jablonné v Podještìdí (Deutsch-Gabel) gegen die Fortsetzung des Abbaues. Am Ende der 90er Jahre wurde der Abbauplan so abgeändert, dass der Gipfel erhalten werden sollte, aber im Juni 1998 machte die Firma Beron bankrott und der Abbau hörte auf einige Zeit auf. Im Jahre 2001 kaufte den Steinbruch die Firma Go Point, der die Bergbehörde im August 2003 die Erneuerung des Abbaues bewilligte, trotzdem dieses Vorgehen mit dem Gesetz in Konflikt war. Das Verwaltungsgericht in Prag hob im Herbst 2004 diesen Entscheid auf, und weil die Firma zum ihr gestellten Termin nicht die vom Gericht geforderten Unterlagen vorlegte, wurde das Verfahren zur Bewilligung des Abbaues eingestellt. Später wurden die meisten technologischen Einrichtungen im Bruche demontiert, aber der nicht abgesicherte Raum des Steinbruches blieb geschlossen. Die Zukunft des Tlustec (Tolzberges) ist so weiterhin ungewiss, da die Versuche, die Abbaubewilligung zu erhalten, fortgesetzt werden.

Aussicht vom Hange des Berges nach Nordwesten.

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