Lausitzer Gebirge
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Boží hrob bei Velenice
(Grab Gottes-Kapelle bei Wellnitz)

Gesamtansicht der Felsenkapelle des Boží hrob (Grab Gottes).

Die Grab Gottes genannte Felsenkapelle liegt etwa 400 m östlich von Velenice (Wellnitz) an der Strasse nach Brništì (Brins). In den Jahren 1710-1711 hat sie einschliesslich der bildhauerischen Ausschmückung mit Statuen und Reliefen der Volkskünstler und Ökonom Schille des Wellnitzer Bauernhofes No. 2 in einem Sandsteinfelsen ausgehauen. Ursprünglich war sie als Ersatz einer Kirche gedacht, die in Velenice erst im Jahre 1735 gebaut worden ist, und später wurde sie zu einem beliebten Wallfahrtsorte.

Das Innere dieser länglichen Kapelle ist in drei kleinere Räume geteilt. Der Zugang führt in den mittleren Raum durch ein breites Eintrittsportal, zu dem ursprünglich einige beim Strassenbau verschüttete Stufen führten. Direkt gegenüber dem Eingange befindet sich ein Altar mit einer Nische für den Körper Christi, den man zu Ostern in einer Prozession aus der Wellnitzer Kirche herübergetrug. In den von zwei Fenstern beleuchteten Nebenräumen befinden sich volkstümliche Reliefbilder aus dem Passionszyklus mit heute noch sichtbaren Resten einer malerischen Ausschmückung. In einigen Bildern sind hier die letzten Augenblicke des Lebens Jesus Christus von seinem Gebete am Ölberg bis zu seiner Kreuzigung auf der Golgota veranschaulicht.

Das mit Reliefen geschmückte Innere der Kapelle. Das mit Reliefen geschmückte Innere der Kapelle.

Altar in der Felsenkapelle Boží hrob (Heiliges Grab).

Ursprünglich war die Kapelle auch an der Aussenwand reich geschmückt. Über dem Eingange befanden sich einige, die Geheimnisse des Rosenkranz-Zyklus vorstellende Steintafeln, nach denen die Kapelle auch "Rosenkranzkapelle" genannt wurde. Links vom Eingange waren im Felsen Reliefe mit den Bildern der Verkündigung, Mariä Heimsuchung, Huldigung der drei Könige, Opferung, Einführung in den Tempel und Lehrjahre Christi, an der rechten Seite Raffael und Tobias, die Auferstehung, Himmelfahrt Christi, die Herabsendung des Heiligen Geistes und die Krönung der Jungfrau Maria. Im Pfeiler neben dem Eingange ist ein Relief der Kreuzigung Christi aus dem ersten Drittel des 19. Jahrhunderts eingehauen.

Nach dem 2. Weltkriege war die Kapelle frei zugänglich und wurde der allmählichen Vernichtung preisgegeben. Die äusseren Reliefe wurden zum grössten Teile gestohlen, gerettet werden konnten nur zwei, die viele Jahre im Heimatkundlichen Museum in Èeská Lípa (Böhmisch Leipa) gelagert wurden, ehe sie wieder nach Velenice zurückgegeben werden konnten. Vor dem 1. Juli 2002 wurde die Kapelle auf Kosten der Gemeinde repariert und aurch das früher vernichtete Schutzdach ergänzt. Dabei wurde der Eingang und die beiden Fenster mit Gittern versehen, damit einer weiteren Zerstörung der Kapelle Einhalt gemacht werden konnte. Durch den Eingang und die Seitenfenster kann man aber in die Kapelle hineinsehen und an einer eingehenderen Besichtigung interessierte Besucher können sich im Gemeindeamt in Velenice den Schlüssel leihen.

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